Kontroverse um Bahn-Imagekampagne mit Anke Engelke: Kritik an Prioritäten und Kosten

Inmitten der anhaltenden Diskussion um Sicherheitslücken bei der Deutschen Bahn sorgt eine groß angelegte Imagekampagne mit Komikerin Anke Engelke für Aufsehen. Der Betreiber wird dafür kritisiert, anstelle der Investition in Sicherheitsmaßnahmen Gelder in humorvolle Werbeinhalte zu stecken. Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, bezeichnete es als skandalös, dass der Vorstand beträchtliche Summen für unterhaltsame Werbeclips bereitgestellt hätte. Laut Fiedler hätte das eingesetzte Budget genutzt werden können, um mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte für ein Jahr zu finanzieren. Die Thematik wird voraussichtlich im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags weiterverhandelt.
Die im Jahr 2025 gestartete Kampagne "Boah, Bahn!" thematisiert humorvoll alltägliche Bahnerfahrungen, präsentiert von Engelke als Zugchefin Tina. Trotz der erfolgreichen Ausstrahlung auf den sozialen Kanälen der Bahn versicherte der Konzern, die Serie nicht fortzuführen. Die Kosten der Kampagne bleiben ungenannt, wobei die Bahn auf Betriebsgeheimnisse verweist und das Budget mit branchenüblichen Werbeausgaben vergleicht.
Auch von der Bahngewerkschaft EVG kommt Kritik. Angesichts der Kosten hinterfragt deren Vorsitzender, Martin Burkert, ob nicht in alternative Maßnahmen wie die Sanierung von Pausenräumen oder die Ausstattung mit Bodycams investiert hätte werden sollen. Diese Forderungen stützen sich auf einen tragischen Zwischenfall, bei dem ein Zugbegleiter während seiner Arbeit ums Leben kam, nachdem er von einem Fahrgast attackiert worden war.
Die Deutsche Bahn steht unter Druck, Maßnahmen zum Schutz ihrer Beschäftigten zu verstärken, da Übergriffe auf das Personal an der Tagesordnung sind. Die EVG betont die Dringlichkeit von Verbesserungen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, und fordert verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer.

