Kontinentale Brisanz: Continental trotzt Herausforderungen und zieht vor Gericht
Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental beeindruckt trotz widriger Bedingungen mit einer deutlichen Steigerung der Profitabilität in seiner Autosparte. Diese Einheit, die am 18. September unter dem Namen Aumovio an die Börse gehen soll, zeigt sich überraschend robust. Anders sieht es im restlichen Konzern aus, der hinter den Erwartungen zurückbleibt. Vorstandschef Nikolai Setzer setzt jedoch auf eine Verbesserung des Reifengeschäfts und der Contitech-Sparten im zweiten Halbjahr.
Initial verlor die Continental-Aktie 2,6 Prozent nach Handelsbeginn, konnte sich aber im Verlauf des Nachmittags wieder erholen und um knapp ein Prozent steigen. Analysten wie Michael Aspinall von Jefferies und Jose Asumendi von JPMorgan äußerten Besorgnis über die begrenzte Fähigkeit Contis, Zolleffekte zu mildern, was zu einer schwächeren Entwicklung im Reifensegment führte. Trotz eines konzernweiten Umsatzrückgangs um 4,1 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 17 Prozent auf 834 Millionen Euro, was jedoch maßgeblich auf bilanzielle Effekte infolge der Segmentabspaltung zurückzuführen ist.
Der gestiegene Nettogewinn um zwei Drittel auf 506 Millionen Euro reflektiert ebenfalls diese buchhalterischen Veränderungen. Der abzuspaltende Automobilzulieferbereich erzielte eine bereinigte operative Marge von 4,0 Prozent, was am oberen Ende der Prognosen lag. Der Sparte, die über 10.000 Arbeitsplätze abbaut, bleibt trotz eines Umsatzrückgangs von 5,0 Prozent dank eines robusten Auftragseingangs weiterhin dynamisch.
Gleichzeitig stehen Continental und BMW wegen eines Streits um angeblich fehlerhafte Bremssysteme vor Gericht. Beide Parteien haben Klage eingereicht, während Continental-Finanzvorstand Olaf Schick betont, dass Dialogbereitschaft mit BMW nach wie vor besteht. Hintergrund sind Probleme mit dem Bremssystem MK C2, das BMW zu einem kostspieligen Rückruf veranlasste. Continental hatte bereits Rückstellungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich gebildet, während BMW die Rückrufkosten im kommenden Jahr auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag schätzt.

