Konsolidierung im Gesundheitssektor: Fusionen in Milliardenhöhe wieder im Aufwind
In der kalifornischen Metropole San Francisco, einem Mekka der Gesundheitsbranche, tummeln sich in dieser Woche Tausende von Dealmakern zur renommierten jährlichen JPMorgan Healthcare Conference. Die Experten rechnen mit einem Comeback von Großgeschäften jenseits der 10 Milliarden Dollar-Marke, in der Hoffnung auf weniger kartellrechtliche Hürden unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump.
Unter strengeren Sicherheitsvorkehrungen nach dem tragischen Ereignis im Dezember, bei dem ein UnitedHealth Group-Manager in New York sein Leben ließ, treffen sich rund 8.000 Führungskräfte, Banker und Anwälte zur Konferenz. Vor allem die M&A-Aktivitäten, die im vergangenen Jahr ein historisches Tief verzeichneten, sollen wieder belebt werden. Besonders Deals, die aus kartellrechtlichen Bedenken oder wegen hoher Zinsen auf Eis lagen, stehen nun wieder im Fokus.
Unter der noch ungewissen gesundheitspolitischen Agenda Trumps erhoffen sich die Beteiligten eine unternehmensfreundliche Haltung der neuen Administration. "Die Dämme beginnen zu brechen", verspricht Ben Carpenter, globaler Co-Leiter des Bereichs Healthcare Investment Banking bei JPMorgan, im Hinblick auf bevorstehende Megadeals.
Obwohl ein Großteil der befragten Branchenkenner glaubt, dass es mehr als ein Jahr dauern wird, bis die Aktivität wieder das herausragende Niveau der Jahre 2019 und 2021 erreicht, besteht Konsens darüber, dass sich der Markt allmählich erholen wird. Eine Studie der LSEG zeigt, dass das Transaktionsvolumen im Gesundheitssektor in den letzten drei Jahren auf 257 Milliarden Dollar gesunken ist.
Die globale Gesundheitsbranche, die 2024 nur 8% der Transaktionen ausmachte, ist nun wegen sinkender Zinsen und stabiler Wirtschaftsdaten optimistisch. Unternehmen wie Merck & Co, Johnson & Johnson und Pfizer müssen baldmöglichst ihre Produktpipeline auffüllen, um Umsatzeinbußen durch Patentabläufe entgegenzuwirken. Im Visier sind dabei besonders Biotech-Unternehmen in den Bereichen Technologie, Künstliche Intelligenz und innovative Medikamente.
Ein wachsender Markt für Abnehmpräparate, der bis 2031 ein Volumen von 200 Milliarden Dollar erreichen könnte, bietet zudem noch ungenutztes Potenzial. "Wenn wir einen Durchbruch erzielen," so Shayne Kennedy von Latham & Watkins, "kommen wir dem Heiligen Gral im Gesundheitsbereich ein Stück näher."

