Konflikt um Verteilungszentren im Gazastreifen verschärft sich
Im Gazastreifen ist es erneut zu einem tragischen Vorfall gekommen, bei dem drei Zivilisten nach Darstellung der Hamas in der Nähe eines Verteilzentrums für humanitäre Hilfe in Rafah ums Leben kamen. Nach Angaben des Hamas-Medienbüros wurden zudem 35 Menschen verletzt. Israels Armee berichtet, dass Soldaten in der Region auf Verdächtige getroffen seien, die eine Bedrohung darstellten. Aus diesem Grund hätten die Soldaten Warnschüsse abgegeben, um die vermeintliche Gefahr zu neutralisieren.
Der Vorfall trug sich etwa einen Kilometer entfernt vom eigentlichen Verteilungspunkt in Rafah in der Nacht zu, als das Zentrum keine Betriebszeiten hatte. Israels Militär sei über Berichte über Opfer in Kenntnis gesetzt und habe eine gründliche Untersuchung der Ereignisse eingeleitet. Das israelische Militär betonte, dass es keine Absicht gebe, Zivilisten daran zu hindern, humanitäre Verteilungszentren zu erreichen. Vielmehr sei es die Hamas, die gezielt versuche, die Lebensmittelverteilung im Gazastreifen zu sabotieren.
Das von der Hamas kontrollierte Innenministerium hat die Bewohner dazu aufgerufen, den neuen Verteilmechanismus zu boykottieren. Nach Darstellung der Hamas seien seit der Eröffnung der Zentren in der vergangenen Woche bereits 52 Menschen an den Verteilungsstellen ums Leben gekommen. Die israelische Armee hat Berichte über bisher 30 getötete Personen bei Angriffen zurückgewiesen.
Eine unabhängige Überprüfung der gegensätzlichen Aussagen ist derzeit nicht möglich.

