Könnte ein Bitcoin-Rückgang auf $74.000 Strategy in die Insolvenz treiben? Analysten geben Entwarnung

Bitcoin (BTC) hat sich leicht erholt und liegt wieder über der Marke von $89.000, während es versucht, den Widerstand bei $90.000 zu durchbrechen. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich weiterer Kursrückgänge und der Risiken, die dieser Trend für Unternehmen wie Strategy (ehemals MicroStrategy) mit sich bringen könnte.
Entkräftung von Insolvenzängsten
Analysten von Bull Theory haben die potenziellen finanziellen Schwachstellen von Michael Saylors Strategy untersucht, falls Bitcoin auf die kritische Schwelle von $74.000 fallen sollte. Diese Befürchtungen, dass ein solcher Rückgang das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen oder zum Verkauf seiner Bitcoin-Bestände zwingen könnte, entsprechen jedoch nicht der tatsächlichen finanziellen Lage des Unternehmens.
Derzeit verfügt Strategy über einen Bestand von 672.497 BTC, der mit etwa $58,7 Milliarden in der Bilanz steht. Demgegenüber belaufen sich die Gesamtschulden auf etwa $8,24 Milliarden. Selbst wenn Bitcoin auf $74.000 fallen würde, wäre der Gesamtwert der Bitcoin-Bestände immer noch rund $49,76 Milliarden—deutlich über den Verbindlichkeiten. Somit gibt es kein realistisches Szenario, in dem ein Rückgang von $87.000 auf $74.000 zur Insolvenz führen würde.
Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Strategy nicht wie ein Hedgefonds mit Margin-Krediten operiert; es gibt keine mit Bitcoin besicherten Schulden, die bei Kursrückgängen zu Liquidationen führen würden. Die Bitcoin-Bestände von Strategy sind weder als Sicherheit verpfändet noch unterliegen sie Margin Calls.
Externe Einflüsse auf Strategy
Einige Investoren befürchten, dass Strategy gezwungen sein könnte, seine Bitcoin-Bestände zu liquidieren, um Verpflichtungen zu erfüllen. Das Unternehmen hat jedoch $2,188 Milliarden in USD zurückgelegt, was ausreicht, um etwa 32 Monate seiner Dividendenzahlungen zu decken, die zwischen $750 Millionen und $800 Millionen jährlich liegen.
Was erklärt also den jüngsten Rückgang des Aktienkurses von Strategy, wenn die Fundamentaldaten des Unternehmens solide sind? Die Analysten betonen, dass seit Oktober mehrere externe Faktoren Ängste um Strategy geschürt haben, nicht aufgrund von Insolvenzängsten, sondern wegen sich ändernder Marktbedingungen und institutioneller Positionierungen.
Am 10. Oktober schlug der MSCI-Index neue Vorschriften vor, die Unternehmen mit über 50% ihrer Vermögenswerte in Bitcoin aus ihren Indizes entfernen könnten. Dies führte zu Befürchtungen über erzwungene Indexverkäufe, obwohl eine endgültige Entscheidung erst am 15. Januar 2026 getroffen wird.
Darüber hinaus erhöhten Analysten von JPMorgan die Margin-Anforderungen für den Handel mit Strategy-Aktien von 50% auf 95%, was einige Investoren dazu veranlasste, ihr Engagement zu reduzieren, was wiederum zu Verkaufsdruck führte.
Risiken der Verwässerung
Obwohl die Bilanz von Strategy robust erscheint, gibt es Risiken, die Aufmerksamkeit erfordern. Ein bedeutendes Risiko, das von den Bull Theory-Analysten hervorgehoben wird, ist die Verwässerung. Das Unternehmen hat häufig auf die Ausgabe neuer Aktien zurückgegriffen, um seine Bitcoin-Bestände zu erhöhen.
Während viele Investoren diese Strategie positiv sehen, gibt es Bedenken, dass eine kontinuierliche Aktienausgabe in einem Abwärtstrend die Verwässerung verstärken und letztlich den Wert bestehender Aktionäre schwächen könnte. Zudem besteht die Sorge, dass eine übermäßige Verwässerung das Nettovermögensverhältnis (NAV) von Strategy unter 1 drücken könnte, eine wichtige Schwelle, die die Fähigkeit des Unternehmens einschränken würde, neues Kapital durch Aktienausgabe zu beschaffen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurde Bitcoin bei $89.200 gehandelt, mit leichten Gewinnen von 1,5% in den letzten 24 Stunden. Die Aktie von Strategy (MSTR) wird bei $157 pro Aktie gehandelt und spiegelt den Anstieg von BTC mit Gewinnen von 1,25% im gleichen Zeitraum wider.

