KNDS plant doppelten Börsengang in Paris und Frankfurt – Bewertung bei 20 Milliarden Euro angepeilt

KNDS, der deutsch-französische Panzerhersteller, hat seine ambitionierten Pläne für einen Börsengang im Jahr 2026 bekannt gegeben. Geplant ist eine Doppelnotierung an den Börsen in Paris und Frankfurt, vorbehaltlich der jeweiligen Marktbedingungen. Diese spannende Aussicht auf einen IPO (Initial Public Offering) wurde durch informierte Kreise bereits im Vorfeld gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg angedeutet. Ziel des Unternehmens ist eine stattliche Bewertung von rund 20 Milliarden Euro.
Diese Ankündigung signalisiert zwar noch nicht den endgültigen Schritt, bekannt als 'Intention to Float', dennoch stellt sie ein klares Zeichen für das aktuelle Interesse an Rüstungsaktien dar. Tom Enders, ehemaliger CEO von Airbus und nun neuer Verwaltungsratschef bei KNDS, bekräftigte die Bereitschaft des Unternehmens für diesen entscheidenden Schritt zur Kapitalerweiterung. Die angestrebten Erlöse sollen in die langfristige Wachstumsstrategie fließen und wichtige Investitionen in Kapazitäten und Technologien ermöglichen.
Der Hersteller des Panzers Leopard 2, der während des Ukraine-Konflikts eine Schlüsselrolle spielte, ist im militärischen Sektor Europas von bedeutender Relevanz. Entstanden durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Nexter, steht KNDS derzeit unter dem Einfluss der deutschen Wegmann-Familie und des französischen Staates.
Spekulationen über einen Börsengang kursierten schon seit geraumer Zeit, nachdem KNDS gegenüber Bloomberg das realistische Ziel für 2026 bestätigte. Im Zuge dieser Vorbereitungen wurden bereits Gespräche mit Banken über die IPO-Begleitung aufgenommen, auch wenn KNDS diesbezüglich keine offiziellen Kommentare abgab.
Christian Schulz, der ehemalige Finanzchef des Panzergetriebeherstellers Renk, wurde in den Verwaltungsrat von KNDS berufen, um seine IPO-Erfahrung einzubringen. Unter seiner Ägide ging Renk im Februar 2024 an die Börse, bevor er das Unternehmen kurz darauf verließ.
Marktbeobachter prophezeien, dass der geplante IPO bei KNDS die bisherigen Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss mit Rheinmetall beeinflussen könnte. Diese umfassten Gespräche aus dem Jahr 2018, die jedoch an politischen und personellen Hürden scheiterten. Die jüngste Genehmigung eines gemeinsamen Bundeswehr-Projekts zwischen Rheinmetall und KNDS durch das Bundeskartellamt heizte die Spekulationen weiter an.

