KI-Hype: Zwischen Euphorie und Blase – Jerome Powell warnt vor Risiken
Die gegenwärtige Begeisterung für Künstliche Intelligenz wird häufig mit der Dotcom-Blase der 1990er Jahre verglichen. Einige Investoren glauben, dass Federal Reserve-Chef Jerome Powell diesen Vergleich am Dienstag, bewusst oder unbewusst, betont hat. Powell äußerte in einer Diskussion in Rhode Island, dass die Aktienkurse derzeit relativ hoch bewertet seien. Er betonte jedoch, dass es derzeit keine erhöhte Gefahr für die finanzielle Stabilität gebe.
Diese Aussagen treffen bei einigen Marktbeobachtern einen Nerv. Insbesondere in technischen Schwergewichten wie Microsoft, Apple oder Nvidia sieht man Parallelen zur Dotcom-Ära, als Spekulationen die Preise in die Höhe trieben. Ed Yardeni von Yardeni Research zieht Parallelen zu früheren Abwertungen seitens der Fed.
In der Finanzwelt wächst die Besorgnis, dass die seit fast vier Jahren andauernde KI-Rallye zu einer Blase anwachsen könnte. Solche Blasen haben in der Vergangenheit bereits zu wirtschaftlichen Krisen geführt, darunter die Rezessionen von 2001 und 2008. Yardeni erinnert daran, dass Finanzkrisen häufig unerwartet auftretende "Black Swan"-Ereignisse sind, die von irrationaler Euphorie genährt werden.
Der Begriff "irrationale Überschwänglichkeit", erstmals 1996 von Alan Greenspan verwendet, beschreibt einen Punkt, an dem Vermögenswerte unkontrolliert steigen, gefolgt von plötzlichen Rückgängen. Auch wenn viele Investoren nervös auf die heutige Bewertung der Technologiewerte blicken, weisen einige Experten der Branche darauf hin, dass die Bewertungen nicht die Extremwerte der späten 1990er Jahre erreicht haben. Laut Christopher Gannatti von WisdomTree zeigt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis, dass es nicht in die Nähe der Dotcom-Hochs erreicht.
Darüber hinaus gibt es strukturelle Gründe, warum Tech-Aktien heute höher bewertet werden. Wachsende Umsatzbasen und bewährte Geschäftsmodelle, unterstützt durch den Einsatz von KI, welche die Effizienz steigert und die Gewinnspannen ausweitet, könnten eine Rolle spielen. Analysen von Morgan Stanley legen nahe, dass die Nutzung von KI einen jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von bis zu 920 Milliarden Dollar generieren könnte.

