KBC interessiert an Übernahme von ABN Amro: Spannungen und Marktreaktionen
Im europäischen Bankensektor zeichnen sich potenziell aufregende Entwicklungen ab: Die belgische Großbank KBC zieht in Erwägung, die niederländische ABN Amro zu übernehmen. Diese Idee befindet sich jedoch noch in der anfänglichen Überlegungsphase. Informationen aus vertraulichen Quellen, die von Bloomberg zitiert wurden, deuten darauf hin, dass derzeit innerhalb von KBC die Vorteile einer solchen Akquisition abgewogen werden.
Die Bekanntmachung dieser Überlegungen sorgte für rege Bewegungen an den Börsen: Das Interesse von KBC führte kurzfristig zu signifikanten Kursgewinnen der ABN Amro-Aktien, bevor deren Handel ausgesetzt wurde. Schlussendlich endeten sie dennoch mit einem Plus von etwa drei Prozent. Die niederländische Bank hat damit in diesem Jahr bisherigen Wertsteigerungen von fast 79 Prozent verzeichnet. Im Gegensatz dazu musste KBC einen leichten Kursrückgang von einem Prozent hinnehmen.
Mit einer Marktbewertung von etwa 22 Milliarden Euro stellt ABN Amro einen erheblichen Akquisitionskandidaten für KBC dar, die selbst auf rund 41 Milliarden Euro taxiert wird. Historisch betrachtet, rettete die niederländische Regierung ABN Amro während der Finanzkrise 2008 mit einer massiven Finanzspritze vor der Insolvenz. Zurzeit hält der Staat noch etwa 30 Prozent der Bankanteile, plant jedoch, diesen Anteil künftig auf 20 Prozent zu reduzieren.

