Katar kritisiert Netanjahus Forderungen scharf: Diplomatische Spannungen spitzen sich zu
In einem diplomatisch brisanten Schritt haben sich die Spannungen zwischen Katar und Israel weiter verschärft. Katar, bereits seit längerem Gastgeber eines Hamas-Büros, hat vehement auf die jüngsten Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu reagiert, der die Ausweisung der Anführer der islamistischen Terrororganisation eingefordert hatte. Das katarische Außenministerium verurteilte in einer auf der Plattform X veröffentlichten Stellungnahme die „rücksichtslosen Äußerungen“ von Netanjahu. Im Zuge der Kontroverse hatte Netanjahu zuvor unmissverständlich gewarnt, dass Länder wie Katar, die Terroristen Unterschlupf gewähren, die Wahl hätten, diese entweder auszuweisen oder zur Rechenschaft zu ziehen. Andernfalls werde Israel selbst handeln, so die Drohung. Diese Worte nennt Katar seinerseits „ausdrückliche Drohungen“ und einen empfindlichen Verstoß gegen die staatliche Souveränität, die von Doha scharf zurückgewiesen werden.
Hintergrund der erhitzten Rhetorik ist ein israelischer Luftangriff auf die Führung der Hamas in Doha, bei dem insbesondere Chalil Al-Haja, ein führender Hamas-Vertreter und Leiter der Delegation für indirekte Waffenruheverhandlungen mit Israel, im Visier stand. Die Attacke, bei der Hamangaben zufolge sowohl Al-Hajas Sohn als auch sein Büroleiter ums Leben kamen, verlief nicht wie geplant; Mitglieder der Hamas-Delegation überlebten. Der internationale Aufschrei über den Vorfall ließ nicht lange auf sich warten.

