Katar beklagt Stillstand in Gaza-Verhandlungen
Der katarische Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani äußerte sich auf einem Wirtschaftsforum in Doha mit deutlichen Worten zur anhaltenden Stagnation in den Verhandlungen zur Beendigung des Gaza-Konflikts. Er bemerkte eine „grundlegende Kluft“ zwischen den verfeindeten Parteien, die trotz zahlreicher Gesprächsrunden unüberwindbar scheine.
Während eine Konfliktpartei auf eine Teilvereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt hofft, strebt die andere ein umfassendes Abkommen zur sofortigen Beendigung der Kämpfe und zur Freilassung aller Geiseln an. Al-Thani bedauerte, dass diese Differenzen nicht ausgeräumt werden konnten, obwohl verschiedene Vorschläge auf dem Tisch gelegen hätten.
Die in die Verhandlungen eingebundenen USA, Ägypten und Katar versuchen seit geraumer Zeit, die verhärteten Fronten zwischen Israel und der Hamas aufzuweichen. Der diplomatische Austausch in Doha stockt bereits seit Monaten, da die Hamas auf ein endgültiges Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen abzielt, während Israel zunächst nur an einer kurzen Feuerpause interessiert ist, um Geiseln freizulassen und dann die Kampfhandlungen fortzusetzen.
Berichten zufolge zieht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Erwägung, das Verhandlungsteam aus Katar abzuberufen, sofern sich der aktuelle Patt-Zustand nicht auflösen sollte. Obwohl offizielle Aussagen seinerseits fehlen, berichtete der israelische TV-Sender Kan über diese potenzielle Maßnahme.
Abschließend kritisierte der katarische Außenminister Israels Vorgehensweise, das seiner Meinung nach mehr Wut und Extremismus schürt. Trotz der anhaltenden Spannungen und der "unerträglichen" Situation ruft Katar weiterhin zu friedlichen Lösungen auf.

