Kanzler Merz kritisiert israelische Militäraktionen: Ein wohlklingender, aber wirkungsloser Chor?
In einer bemerkenswert späten Stellungnahme hat Bundeskanzler Friedrich Merz die israelischen Militäroperationen im Gazastreifen öffentlich kritisiert. Damit reiht er sich in den ohnehin vielstimmigen, europäischen Kritik-Chor ein. Die Verurteilung der teils völkerrechtswidrigen Maßnahmen der Regierung von Benjamin Netanjahu ist zwar berechtigt, hinterlässt jedoch den Beigeschmack, unausgereift zu sein. Man könnte meinen, dass es manchen Kritikern eher um die Zustimmung des heimischen Publikums als um tatsächliche Problemlösungen geht.
Ein diskutierter Vorschlag ist ein Export-Stopp deutscher Waffen nach Israel. Eine solch symbolische Geste könnte vielleicht einige Gemüter in Deutschland beruhigen und den Rücken der kritischen Kräfte in Israel stärken. Doch ist es äußerst zweifelhaft, ob solche Maßnahmen Netanjahu und sein Kabinett ernsthaft beeindrucken würden. Auch die Forderung nach einer Zweistaatenlösung, die von 20 europäischen und arabischen Staaten unterstützt wird, bleibt wirkungslos, solange es keine klaren Lösungsvorschläge gibt, wie dieses Ziel zu erreichen sein soll.
Für eine mögliche Einflussnahme auf die israelische Regierung reichen bloße Appelle und unausgereifte Konzepte nicht aus. Deutschland und die anderen EU-Staaten müssen innovative Ansätze entwickeln, die über bloße Rhetorik hinausgehen.

