Kann der Bitcoin noch weiter fallen? Was Short-Seller erwarten
Was ist Short-Selling bei Bitcoin?
Short-Selling ist im Prinzip recht einfach. Du leihst dir Bitcoin, verkaufst ihn sofort zum aktuellen Marktpreis und wartest, bis der Kurs fällt, um ihn günstiger zurückzukaufen. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis ist dein Gewinn.
Konkret : Der BTC notiert bei rund 78.000 $. Du gehst davon aus, dass er Richtung 70.000 $ geht. Du shortest. Fällt der tatsächlich auf 70.000 $, kaufst du zurück und pockets dir die 8.000 $ Differenz. So einfach ist die Grundidee.
Aber wenn der Preis statt zu fallen steigt, bist du derjenige, der verliert. Und wenn man noch Hebel in die Gleichung einbaut, kann die Rechnung sehr schnell sehr teuer werden. Genau hier werden Krypto-Trading-Plattformen relevant. Mehrere davon bieten Tools an, die speziell auf das Short-Selling von Bitcoin zugeschnitten sind. Wer die Mechanismen im Detail verstehen will, bevor er loslegt, findet hier eine nützliche Anleitung: Wie kann man Bitcoin (BTC) shorten?
Warum Trader auf einen Bitcoin-Rückgang setzen
Mehrere Faktoren bewegen derzeit einige Trader dazu, sich auf die Short-Seite des Bitcoin zu positionieren.
Zunächst der regulatorische Rahmen. Der CLARITY Act, ein US-amerikanisches Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen, steht kurz vor der Verabschiedung im Senat. Eine Entscheidung könnte bereits im Mai fallen. Mark Yusko, CEO von Morgan Creek Capital, hat den Entwurf als »schreckliches Gesetz« bezeichnet und vor einem anhaltenden Bärenmarkt gewarnt, sollte der Text in der jetzigen Form passieren. Wenn so jemand etwas sagt, hören die Trader auf. Dann die Kapitalflüsse. John Bollinger, der Erfinder der bekannten Bollinger Bänder, hat kürzlich darauf hingewiesen, dass Bitcoin und XRP unter erheblichen Kapitalabflüssen leiden. Er nannte zwar keine konkreten Zahlen, machte aber die Politik in Washington dafür verantwortlich. Ein Signal, das in der Krypto-Community ernst genommen wird.
Ein weiterer Indikator ist das Positionieren auf den Derivatmärkten. Der Hebel auf Bitcoin-Short-Positionen hat ein Vier-Monats-Hoch erreicht. Mit anderen Worten: Immer mehr Trader setzen auf fallende Kurse. Das ist für sich genommen kein verlässliches Signal, aber es zeigt eine klare Tendenz in der Marktstimmung.
Ein Analyst hat kürzlich sogar die These aufgestellt, dass der BTC auf 60.000 $ fallen könnte, bevor er wieder Richtung 200.000 $ geht. Zahlen, die man natürlich mit Vorsicht genießt, aber die die aktuelle Stimmung gut auf den Punkt bringen : Zwischen denen, die eine Korrektur sehen, und denen, die auf einen neuen Hausse-Zyklus setzen, ist das Rennen offen.

Die Risiken des Short-Sellings, die man nicht ignorieren darf
Erst einmal der Hebel. Einige Plattformen erlauben Short-Positionen mit einem Hebel von 50x, teilweise sogar 100x. Das bedeutet : Eine Bewegung von nur 1 % in die falsche Richtung kann deine gesamte Position liquidieren. Und beim Bitcoin passieren massenhafte Liquidierungen von Short-Positionen regelmäßig. Der BTC hat die Eigenschaft, genau im ungünstigsten Moment heftig zu pumpen. Man nennt das einen Short Squeeze : Der Preis explodiert in wenigen Minuten, und die Short-Seller werden aufgerieben.
Auch das Timing ist ein Problem. Die Richtung eines so volatilen Assets vorherzusagen, ist schwer. Die Märkte können länger irrational bleiben, als ein Trader zahlungsfähig bleibt. Ein Klassiker, aber es lohnt sich immer, das zu wiederholen.
Short-Selling ist am Ende ein Werkzeug wie jedes andere. Weder gut noch schlecht. Es erfordert Disziplin, ein striktes Risikomanagement und ein gutes Verständnis der Märkte.


