Kalifornische Öl-Riesen fusionieren: CRC plant Übernahme von Berry Corp.
Der in Long Beach ansässige Ölproduzent California Resources Corp. (CRC) setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach der Akquisition von Aera Energy im Jahr 2024, plant CRC nun die Übernahme der in Dallas ansässigen Berry Corp. im Rahmen eines Aktientauschs, der auf 717 Millionen US-Dollar taxiert wird. Berry-Aktionäre sollen 0,0718 CRC-Aktien pro BRY-Aktie erhalten, was einem Aufschlag von 15 % zum Schlusskurs vom 12. September entspricht. Die Vorstände beider Unternehmen haben der Fusion zugestimmt. Zur finalen Umsetzung bedarf es jedoch noch der Zustimmung der Berry-Aktionäre sowie entsprechender behördlicher Genehmigungen, wobei ein Abschluss im ersten Quartal 2026 angestrebt wird. Die kombinierte Firma soll aus Long Beach geführt werden. Nach Bekanntgabe der Pläne stiegen die CRC-Aktien um 6 % auf 56,34 US-Dollar, während die Berry-Aktien um 21 % auf 4,01 US-Dollar zulegten.
Der Deal markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt für CRC. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2020 aus einer kurzen Insolvenzphase mit einem Schuldenabbau von 5 Milliarden US-Dollar hervorging, kehrte es zur Profitabilität zurück und schloss im Jahr 2024 den 2,1 Milliarden US-Dollar schweren Aktientausch mit Aera ab. Nun bringt die Hinzunahme von Berry eine Verstärkung in CRCs Hauptgeschäftsgebiet. CEO Francisco Leon beschreibt die Fusion als „überzeugend“, betont dabei Berrys etwa 20.000 Barrel pro Tag an Brent-verknüpfter Produktion in Kalifornien sowie rund 20.000 vorwiegend angrenzende Nettokaker in Kern County. Pro forma hätte die kombinierte Gesellschaft im Q2 rund 161.000 boe/d produziert, zu etwa 81 % Öl, und zusätzliche Anlagen im Uinta Basin in Utah.
CRC erwartet jährliche Synergien zwischen 80 und 90 Millionen US-Dollar, was rund 12 % des Transaktionswerts ausmacht. Einsparungen sollen durch überlappende Unternehmensfunktionen, Refinanzierungen, Betriebsverbesserungen und Effizienzsteigerungen in der Lieferkette erzielt werden, davon der Großteil innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Fusion. Analytiker heben hervor, dass CRCs schnellere als geplante Realisierung von Synergien bei Aera das Vertrauen stärke. Zusätzlich bringt die Fusion Berry’s C&J Well Services in den Unternehmensverbund, was laut CRC helfen soll, Bohrlöcher am Laufen zu halten, die Stilllegungsarbeiten zu stärken und Kostensteigerungen erfolgreicher zu bekämpfen.
Politische Veränderungen in Kern County verbessern den Wind für CRC. Eine Legislaturänderung durch SB 237 beseitigte Rückstände bei Genehmigungen und ermöglicht dem County, jährlich bis zu 2.000 neue Bohrgenehmigungen zu erteilen, nachdem 2024 nur 84 Genehmigungen ausgegeben wurden. CRC begrüßt diesen Schritt mit der Aussicht, die stabilere inländische Versorgung zu fördern und die Abhängigkeit von ausländischem Rohöl zu reduzieren. Ein weiterer Gesetzesentwurf, SB 614, könnte das Moratorium für CO?-Pipelines aufheben, was CRCs Carbon Terra Vault Joint Venture unterstützt, das bereits eine Genehmigung zur Lagerung von bis zu 38 Millionen Tonnen CO? in Elk Hills erhielt. Laut CRC sind CO?-Pipelines essenziell, um die Kohlenstoffmanagementgeschäfte auszubauen.

