Jerome Powell: Kein risikoarmer Weg für die Fed
Fed-Chef Jerome Powell stellte fest, dass die Zentralbank keinen risikofreien Weg für ihre nächsten geldpolitischen Schritte sieht, da die Inflation hoch bleibt und der Arbeitsmarkt schwächer wird. In einer Rede in Rhode Island betonte Powell die Herausforderung, die dualen Ziele der Fed - maximale Beschäftigung und Preisstabilität - zu balancieren. Er wiederholte, dass es 'keinen risikofreien Pfad' gibt.
Diese Aussage deckt sich mit seinen Bemerkungen nach der letzten Sitzung der Fed, bei der eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen wurde und zwei weitere Senkungen von jeweils 25 Basispunkten bis Jahresende als wahrscheinlich angesehen werden. Fed-Gouverneur Stephen Miran, der kürzlich eine größere Zinssenkung forderte, sieht die derzeitigen Zinsen als zu restriktiv an. Durch die aktuelle Zinspolitik drohen ihm zufolge zusätzliche Entlassungen.
Unterdessen bekräftigte Powell die Bedeutung eines ausgewogenen Ansatzes angesichts eines schwächelnden Arbeitsmarktes und anhaltend hoher Inflation. In dieser Situation riefen mehrere Fed-Beamte zur Vorsicht auf. Der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem, unterstützte die letzte Zinssenkung, warnte jedoch vor zu vielen weiteren Senkungen. Auch der Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Raphael Bostic, äußerte Vorbehalte gegenüber weiteren Zinssenkungen aufgrund der anhaltenden Inflationssorgen. Der nächste Fed-Termin steht Ende Oktober an, und die Unsicherheit bleibt hoch.

