Japans Exporte schwächeln unter US-Zollpolitik
Die aktuelle Lage der japanischen Exportwirtschaft lässt aufhorchen: Im Juni verzeichneten die Ausfuhren eine unerwartete Schrumpfung um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte. Analytiker hatten ursprünglich mit einem moderaten Anstieg gerechnet, was die überraschende Wende noch deutlicher macht.
Bereits im Mai hatte Japans Exportsektor einen Rückgang von 1,7 Prozent erlebt. Diese Entwicklung setzte sich nun fort, insbesondere durch gravierende Einbrüche bei den Exporteinnahmen aus den USA, die um bemerkenswerte 11,4 Prozent fielen. Besonders hart betroffen waren die Branchen Fahrzeugbau und Stahl, die zentrale Säulen der japanischen Exportwirtschaft darstellen.
Unter der US-Regierung wurde ein straffer Zoll-Kurs eingeschlagen: Mit 25 Prozent auf Fahrzeugimporte, einer 10-Prozent-Steuer auf andere Produkte und satten 50 Prozent auf Stahlimporte mussten sich japanische Unternehmen arrangieren. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind nun klar ersichtlich.
Experte Kelvin Lam von Pantheon Macroeconomics betont in seiner Analyse, dass der Zeitraum von April bis Juni einen Rückgang der Exporte um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal verzeichnete. Während das Jahr noch mit einem Wachstum von 4,0 Prozent versprach, sorgt die aggressive US-Zollpolitik nun für eine deutliche Belastung der Wirtschaftsaktivität im zweiten Quartal. Eine absehbare Herausforderung, die Japans Außenwirtschaftssektor tief trifft.

