Japanisches Yen trotzt globalem Dollar-Trend und gewinnt an Stärke
Der japanische Yen konnte als einzige Währung unter den G10-Staaten im Vergleich zum US-Dollar an Boden gewinnen, während andere Währungen dem starken Dollartrend folgten. Händler setzen darauf, dass die Bank of Japan (BOJ) am Freitag eine Zinsanhebung in Betracht ziehen wird, ungeachtet der jüngsten Ankündigung von Donald Trump, Zölle gegen Mexiko und Kanada einzuführen.
Die japanische Währung erstarkte um bis zu 0,5% auf 154,78 gegenüber dem Dollar, einem bemerkenswerten Höchststand seit dem 19. Dezember. Diese Entwicklung zeigt, dass Investoren auf eine mögliche Zinserhöhung durch die BOJ setzen. Laut Overnight-Index-Swaps besteht eine 92-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die BOJ ihre Zinspolitik am Ende der geldpolitischen Sitzung vom 23.-24. Januar ändern wird.
Zentralbankbeamte deuteten darauf hin, dass eine Zinserhöhung wahrscheinlich sei, solange der Anfang von Trumps Präsidentschaft keine unerwarteten negativen Entwicklungen hervorruft.
Der Yen hatte kurzzeitig einen Rückgang auf 156,23 erlebt, erholte sich jedoch schnell und notierte um 13:16 Uhr in Tokio 0,3% höher bei 155,11. Charu Chanana, Chef-Investmentstratege bei Saxo Markets in Singapur, kommentierte, dass die Marktschwankungen durch Trumps Rede geringer ausfielen als befürchtet, was es dem Yen ermöglichte, die gestiegenen Erwartungen an eine Zinsanhebung der BOJ vorwegzunehmen.
Fast drei Viertel der von Bloomberg befragten Ökonomen erwarten ebenfalls eine Zinsanhebung der BOJ am Freitag, unterstützend zur jüngsten Aussage von Gouverneur Kazuo Ueda, der die Markterwartungen durch den Hinweis auf eine mögliche Diskussion innerhalb seines Vorstands bekräftigte.

