JAB verkauft JDE Peet’s: Milliarden-Cash-out für die Reimanns, Schuldenlast für Keurig Dr Pepper
Die Reimanns ziehen Kasse: JAB Holding, das Family Office der deutschen Milliardärsfamilie, verkauft seine Mehrheit an JDE Peet’s für 15,7 Mrd. Euro an Keurig Dr Pepper (KDP). Damit sichern sich die Reimanns und ihre Mitinvestoren einen Cash-out von rund 12 Mrd. Dollar – Kapital, das sie in ihre neue Versicherungsstrategie nach Buffett-Vorbild umleiten wollen.
Für JDE-Peet’s-Aktionäre bedeutet der Deal lediglich einen Aufschlag von 20 Prozent auf den letzten Kurs. Pikant: Unter dem neuen CEO Rafa Oliveira hatte die Aktie erst begonnen, Fahrt aufzunehmen. Sein Turnaround-Programm ist kaum zwei Monate alt, doch externe Anteilseigner haben angesichts von JABs Kontrolle über die Gesellschaft wenig Einfluss.
Attraktiver wirkt die Übernahme aus Sicht von KDP. Mit dem Kauf sichert sich das US-Unternehmen eine der größten Kaffeeplattformen weltweit – zu einer Bewertung von zehnmal erwartetem EBITDA. Analysten von Citi sehen zusätzliches Potenzial: Durch eine geplante Aufspaltung in einen börsennotierten Kaffeebereich und ein separates Getränkegeschäft könnte KDP theoretisch ein Viertel mehr wert sein als zuletzt am Markt.
Doch die Risiken sind erheblich. KDP wird die Akquisition mit einem Berg an Schulden finanzieren, was den Spielraum für künftige Investitionen einschränkt. Ideal wäre es gewesen, die eigene Kaffeesparte zunächst auszugliedern und später mit JDE Peet’s zu fusionieren – diesmal als Verkäufer statt als Käufer.
Für JAB bleibt der Verkauf ein weiterer Beleg für eine gemischte Investmentbilanz. Neben KDP, JDE Peet’s, Coty und Krispy Kreme zählen nur wenige börsennotierte Beteiligungen zum Portfolio – und mit Ausnahme von KDP haben Investoren seit den Börsengängen eher Verluste eingefahren. Ein Dollar aus Krispy Kremes IPO 2021 ist heute nur noch 20 Cent wert.

