Israels Armee birgt Geiselleichen im Gazastreifen – Eine bittersüße Heimkehr nach 625 Tagen
Bei einem koordinierten Einsatz der israelischen Streitkräfte und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet wurden die Leichen von drei Geiseln im Gazastreifen entdeckt. Dank präziser Geheimdienstinformationen konnten die sterblichen Überreste bereits am vergangenen Samstag geborgen werden. Diese komplexe Operation brachte die lang ersehnte Nachricht für die betroffenen Familien, die seit über 625 Tagen in banger Ungewissheit verweilen.
Die identifizierten Personen sind Ofra Keidar, Jonathan Samerano und Shay Levinson. Keidar, eine Bewohnerin des Kibbuz Beeri nahe dem Gazastreifen, fiel dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 zum Opfer und ihre Leiche wurde im Anschluss in den Gazastreifen verschleppt. Samerano, der sich zur Zeit des Angriffs auf einem Musikfestival befand, versuchte vergeblich, zum Kibbuz Beeri zu flüchten und wurde unterwegs von Terroristen getötet. Levinson, der in der Armee diente, kämpfte tapfer und wurde ebenfalls in den Gazastreifen verschleppt. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, bestätigte Levinsons deutsche Staatsbürgerschaft und übermittelte der trauernden Familie sein Beileid.
Das Forum der Geiselfamilien drückte seinen Schmerz und seine Trauer aus, vermochte jedoch in der Rückkehr der Leichen einen Hauch Trost zu finden. Es bedankte sich bei den beteiligten Behörden und mahnte gleichzeitig zur raschen Rückführung der noch festgehaltenen Geiseln. Trotz der jüngsten Entwicklungen wird weiter berichtet, dass noch etwa 50 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden, von denen weniger als die Hälfte laut offiziellen israelischen Angaben am Leben sein sollen.

