Israel und UN: Verstimmungen um Umgang mit Hamas
Der diplomatische Schlagabtausch zwischen Israel und den Vereinten Nationen erreicht einen neuen Höhepunkt. Oren Marmorstein, Sprecher des israelischen Außenministeriums, kritisierte scharf eine Aussage von UN-Generalsekretär António Guterres auf der Plattform X. Marmorstein warf Guterres vor, den Fokus der UN auf die Unterstützung der Hamas zu legen, anstatt tatsächlich humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza zu leisten, was als beschämend bezeichnet wurde.
António Guterres hatte zuvor eine unabhängige Untersuchung zu Vorfällen gefordert, bei denen laut Angaben der Hamas Zivilisten durch israelische Militärangriffe auf Hilfsgüter-Verteilzentren im Gazastreifen ums Leben gekommen seien. Die israelische Armee wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass erste Prüfungen keine Angriffe auf Zivilisten an und um Verteilzentren bestätigen würden. Eine neutrale Überprüfung dieser Informationen steht noch aus.
Guterres äußerte auf der Plattform X seine Bestürzung über Berichte, wonach Palästinenser ihr Leben in der Suche nach Nahrung riskierten. Er erinnerte Israel an seine Verpflichtung nach humanitärem Völkerrecht, Unterstützung zuzulassen. Marmorstein reagierte darauf mit dem Vorwurf, dass der Generalsekretär die Rolle der Hamas bei der Bedrohung von Zivilisten und der Ablehnung von Waffenruhe-Vorschlägen ausklammere. Er forderte eine Untersuchung zu den Gründen, weshalb die UN sich gegen direkte Hilfe für die Gazaner sperre.
Israel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Verteilung von Hilfsgütern durch die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) zu ermöglichen, wodurch internationale Hilfsmaßnahmen partiell umgangen werden. Diese Strategie hat seitens der UN Anlass zur Kritik gegeben, indem sie Israel beschuldigte, humanitäre Hilfe als politisches Instrument zu nutzen. Die jüngste Erlaubnis eingeschränkter Hilfslieferungen ist die erste seit der Lockerung einer dreimonatigen Blockade.

