Israel intensiviert Luftangriffe: Angespannte Lage im Nahen Osten
In einer Serie von militärischen Aktionen hat die israelische Luftwaffe erneut Angriffe auf syrisches Territorium durchgeführt, wie Menschenrechtsaktivisten berichten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte richteten sich die nächtlichen Luftangriffe auf sogenannte "Verteidigungsfabriken" südlich von Aleppo. Die Explosionen sollen über weite Entfernungen hörbar gewesen sein, jedoch gibt es bisher keine Informationen über mögliche Opfer.
Das israelische Militär hat sich bisher noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Seit dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad am 8. Dezember hat Israel seine militärischen Aktivitäten in Syrien deutlich erhöht. Rund 500 Luftangriffe seien seitdem in dem Bürgerkriegsland durchgeführt worden, berichteten die Aktivisten.
Dies führte dazu, dass Israel 80 Prozent der militärischen Kapazitäten Syriens zerstört hat, so offizielle Angaben der israelischen Armee. Ein wesentlicher Punkt dabei war die Zerstörung einer großangelegten, vom Iran finanzierten Raketenanlage in Masjaf, die präzise Raketen für proiranische Milizen herstellen sollte. Zusätzlich hat Israel Berichten zufolge Ziele der Hisbollah im Libanon attackiert, obwohl eine Waffenruhe vereinbart wurde.
Die Angriffe fanden statt, nachdem die libanesische Armee nicht auf Israels Aufforderungen reagiert hatte, gegen Raketenstellungen der Hisbollah vorzugehen. Gleichzeitig bemüht sich Israel weiterhin um Frieden im Gazastreifen. Eine israelische Delegation unter dem Vorsitz von Premierminister Benjamin Netanjahu ist nach Katar gereist, um zusammen mit Ägypten und den USA über eine Waffenruhe zu verhandeln.
Die Hamas hat ebenfalls Unterhändler entsandt. Es gibt allerdings widersprüchliche Berichte über den Stand der Verhandlungen und noch keine Gewissheit über einen möglichen Durchbruch. Die Situation bleibt angespannt, und die Forderungen beider Kriegsparteien stehen einem Kompromiss entgegen.
Während Israel auf eine Liste der Geiseln im Gazastreifen besteht, verlangt die Hamas Berichten zufolge ein Ende der israelischen Kriegsbemühungen. Die militärischen Auseinandersetzungen fordern weiterhin einen hohen Tribut. Bisher sind seit Beginn der Kämpfe über 45.500 Menschen im Gazastreifen ums Leben gekommen, allerdings ist diese Zahl nicht unabhängig überprüfbar.
Die jüngsten israelischen Angriffe führten zu weiteren Todesopfern sowohl in Chan Junis als auch in der Stadt Gaza, was die humanitäre Lage zusätzlich verschärft.

