Gaza-Krieg

Israel: 250.000 Palästinenser haben Stadt Gaza verlassen

13. September 2025, 16:02 Uhr · Quelle: dpa
In Gaza haben Hunderttausende den Ort verlassen, um sich vor israelischen Angriffen in Sicherheit zu bringen. Der Konflikt führt zu hohen Opfern und wachsender internationaler Debatte, die die Lage vertieft. (38 Wörter)

Gaza (dpa) - Bei Angriffen der israelischen Armee in der Stadt Gaza und anderen Teilen des Küstenstreifens sind nach Angaben aus medizinischen Kreisen seit Samstagmorgen mindestens 39 Menschen getötet worden. Israel habe seine Angriffe vor allem auf die Stadt Gaza verschärft, sagte der Sprecher des von der terroristischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Basal.

Israel hatte Anfang August angekündigt, die Armee solle die gesamte Stadt einnehmen, um die dort vermuteten Einheiten der Hamas zu zerschlagen. 

Erneuter dringender Fluchtaufruf

Der israelische Militärsprecher Avichai Adraee rief alle Bewohner der Stadt Gaza erneut auf, sofort in sogenannte humanitäre Zonen weiter südlich zu flüchten. Bisher seien aus der Stadt mit schätzungsweise rund einer Million Einwohnern mehr als 250.000 Menschen abgezogen, schrieb er auf X. 

Das von der Hamas kontrollierte Medienbüro im Gazastreifen schätzte die Zahl der Geflohenen sogar auf 350.000. Zuvor hatte das Büro noch von etwa 65.000 Geflüchteten gesprochen. Diese und alle anderen Angaben aus dem Kriegsgebiet konnten zunächst nicht überprüft werden.

In einem späteren X-Post rief Adraee die Bewohner eines Hochhauses und umliegender Zelte auf, sofort zu fliehen, da Israel das Gebäude in Kürze angreifen werde. Kurz darauf teilte das Militär mit, das Hochhaus, in dem sich «militärische Infrastruktur» der Hamas befunden habe, sei getroffen worden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Obwohl das Internet in der Stadt kaum noch funktioniert, nachdem Israel viele der Hochhäuser mit Sendemasten zerstört hat, verbreiten sich die Aufrufe von Adraee schnell. Sie können auch von Handys mit israelischen Sim-Karten empfangen werden. 

Viele der Menschen in der Stadt Gaza, von denen ein Teil bereits während des Krieges aus anderen Teilen des Küstenstreifens geflohen war, wollten trotz der Lebensgefahr nicht in die von Israel als sicher bezeichneten Zonen im Zentrum und Al-Mawasi im Südwesten abziehen, da Israel in der Vergangenheit auch solche Zonen angegriffen hat. Andere machten sich in überladenen Fahrzeugen oder zu Fuß auf den Weg über die Küstenstraße Richtung Süden. 

Massaker in Israel löste Krieg aus

Auslöser des Gaza-Krieges war der Terrorüberfall der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt worden waren, darunter auch Kinder. Seither bekämpft Israel die Hamas, die ihrerseits die Zerstörung Israels anstrebt. In Gaza befinden sich noch 48 Geiseln, davon sind 20 nach israelischen Informationen noch am Leben.

Nach palästinensischen Angaben wurden seit Kriegsbeginn im Gazastreifen mehr als 64.600 Palästinenser getötet, wobei nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden wird. Weite Teile des dicht besiedelten Küstenstreifens wurden von Israel zerstört. 

International wächst die Kritik am militärischen Vorgehen Israels. Kritiker werfen der Armee Kriegsverbrechen vor, manche auch Völkermord wie etwa Spaniens Regierung. Israel reklamiert für sich das Recht auf Selbstverteidigung.

Krieg / Konflikte / Nahost / Israel / Palästinensische Gebiete
13.09.2025 · 16:02 Uhr
[1 Kommentar]
Nahostkonflikt - Saudi-Arabien
Riad (dpa) - Bei einem verheerenden Angriff auf den Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet worden. 309 weitere wurden demnach verletzt, einige schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat […] (00)
vor 1 Stunde
Für Steffen Henssler gehörte der Hamburger Kiez schon früh zum Alltag.
(BANG) - Für die meisten Teenager wäre ein Besuch im Rotlichtviertel wohl ein ziemlich außergewöhnliches Erlebnis gewesen. Für Steffen Henssler dagegen gehörte der Hamburger Kiez schon früh zum Alltag. Der heutige Fernsehkoch war bereits mit 13 oder 14 Jahren regelmäßig auf der Reeperbahn unterwegs und schaute dabei sogar in Bordellen vorbei. Was […] (01)
vor 15 Stunden
US-Nachrichtenmedien unter Präsident Trump
Washington (dpa) - Nach dem zeitweisen Aussetzen der Berichterstattung mehrerer Sender über US-Präsident Donald Trump prüft das Justizministerium einen möglichen Verstoß gegen das Kartellrecht. Das berichten die «New York Times» und andere Medien unter Berufung auf eine Ministeriumssprecherin und eigene Quellen. Danach handele es sich um eine […] (00)
vor 2 Stunden
Xbox will zur Nummer 1 der Unterhaltungswelt werden: Filme und Serien sind erst der Anfang
Xbox will zur Nummer eins unter den Entertainment-Unternehmen der Welt werden. Das ist keine Interpretation der aktuellen Microsoft-Strategie, sondern das ausdrücklich formulierte Ziel von Xbox Chief Strategy Officer Matthew Ball. Dafür gründet das Unternehmen mit Xbox XP eine komplett neue Sparte, die bekannte Spielemarken weit über Xbox und PC hinaus […] (00)
vor 22 Stunden
Michelle Dockery und Jessica Gunning führen Netflix-Serie «Feral» an
⁠Aus einem zunächst angekündigten Jessica-Gunning-Projekt wird ein prominentes Ensemble: Auch Michelle Dockery, Genevieve O'Reilly und Quintessa Swindell sind dabei. Der US-Streamingdienst Netflix hat die Besetzung seiner neuen Survival-Serie Feral deutlich ausgebaut. Neben der bereits angekündigten Jessica Gunning werden Michelle Dockery, Genevieve O'Reilly und Quintessa Swindell zu den […] (00)
vor 1 Stunde
1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg
Nürnberg (dpa) - Der 1. FC Nürnberg hat in einem wilden Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Franken trennten sich 4: 4 (0: 2) vom VfL Wolfsburg - und das nach einem 0: 2-Rückstand sowie danach zwei Führungen zum 3: 2 und 4: 3. Drei Tore in der Nachspielzeit waren die Krönung eines denkwürdigen Fußball- […] (02)
vor 9 Stunden
Gesundheitskarten
Berlin (dpa) - Eines bleibt in Sachen Krankenkassenbeiträge zumindest schon mal stabil: Mit letzten Vorkehrungen gegen erneute Anhebungen zum 1. Januar steht die Politik wie im Vorjahr unter Zeitdruck. An diesem Mittwoch wird eine wichtige Finanzprognose für 2027 erwartet, die auch ein Realitätscheck für die Effekte eines beschlossenen Milliarden- […] (00)
vor 2 Stunden
Gässlesrap Kollektiv überrascht beim Landesdialektpreis mit schwäbischem Hip-Hop
Herrenberg/Oberkirch, 10.10.2026 (lifePR) - Bei der zweiten Ausgabe des 2024 geschaffenen Landesdialektpreises Baden-Württemberg ließ es sich Ministerpräsident Cem Özdemir nicht nehmen, am Samstag im badischen Oberkirch den über 20 Preisträgerinnen und -trägern der sechs Sparten ihre Urkunden und insgesamt 60.000 Euro Preisgelder zu überreichen. Die […] (00)
vor 14 Stunden
 
Horst Seehofer (Archiv)
Berlin - Der frühere CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz […] (02)
Einsatz von Golfcarts für Stadtrundfahrten in Rom
Rom (dpa) - Sie stehen am Pantheon, kurven am Kolosseum vorbei - und verstopfen die engen […] (01)
Gerhard Schröder (Archiv)
Berlin - In der CDU wird der Appell an die SPD nach einem Parteiausschluss von Ex- […] (00)
In der Asylpolitik halten viele den Staat für überfordert.
Berlin (dpa) - Nach Jahren der Beschleunigung nimmt die Dauer der Klageverfahren zu […] (00)
David Attenborough kehrt mit «Blue Planet III» zurück
⁠Ein Vierteljahrhundert nach der ersten Reihe erforscht die BBC erneut die Weltmeere. Hans […] (00)
Resident Evil Requiem wäre fast ein Online-Spiel geworden: Capcom erklärt, warum es scheiterte
Resident Evil Requiem wurde während seiner Entwicklung tatsächlich als Online-Spiel […] (00)
RB Leipzig - Eintracht Frankfurt
Leipzig (dpa) - Hattrick für Christopher Nkunku, Ruhe für Martin Demichelis: RB […] (01)
Die Inflationsrate in Ägypten ist letzten Monat erneut gesunken, was die […] (00)
 
 
Suchbegriff