Iran zeigt sich reserviert: Abwarten bei Atomverhandlungen mit den USA
In einem zurückhaltenden Statement äußerte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zu möglichen neuen Atomverhandlungen mit den USA. Die diplomatischen Kanäle bleiben geöffnet, doch konkrete Pläne zur Wiederaufnahme gibt es derzeit nicht. Stattdessen liegt der Fokus auf der Evaluierung der nationalen Interessen, gab Araghtschi gegenüber einem staatlichen Sender bekannt.
Erstmalig äußerte sich ein hochrangiger iranischer Beamter zu den Auswirkungen der israelischen und amerikanischen Angriffe auf die Atomprogramme des Landes. Araghtschi beschrieb die Schäden als erheblich und offenbarte so die Schwere der jüngsten militärischen Auswirkungen. Inmitten dieser Spannungen gibt es auch transatlantische Bewegungen: US-Präsident Donald Trump kündigte potentiell neue Gespräche mit dem Iran an, blieb jedoch vage bei Details.
Der Iran zeigte wenig Enthusiasmus für einen Empfang von IAEA-Chef Rafael Grossi. Dies, nachdem das iranische Parlament kürzlich die Aussetzung der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde beschlossen hatte, bis die Sicherheit der nuklearen Anlagen gewährleistet sei. Die Vorwürfe, die IAEA trüge indirekt Verantwortung für die israelischen und US-amerikanischen Angriffe, haben die Lage weiter verschärft.
Den Europäern gegenüber formulierte Araghtschi deutliche Kritik, insbesondere an Deutschland wegen der vermeintlich unpassenden Rhetorik von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Frage nach dem Stellenwert des Völkerrechts in der europäischen Politik steht ebenfalls im Raum, gerade nach der Einstufung der jüngsten Angriffe als rechtswidrig. Das Treffen mit den E3-Außenministern in Genf brachte keine Einigung über den umstrittenen Snapback-Mechanismus, der einen Fehler darstelle, der Europas Rolle in den Verhandlungen nachhaltig beschädigen könnte. Das Wiener Abkommen von 2015 bleibt trotz seiner derzeitigen Untätigkeit ein potenzielles Druckmittel für Europa, dessen Laufzeit bis Oktober 2025 formell gesichert ist.

