Internationales Betrugsnetzwerk zerschlagen: Cyberkriminelle in Thailand gefasst
Die thailändischen Behörden haben ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das über 870 Südkoreaner um 15 Millionen Dollar betrogen hat. Experten betrachten diesen Fall als Lehrbeispiel für "mehrschichtige Geldwäsche". Das Betrugssystem, angelehnt an die "Lungo Company", variierte seine Methoden geschickterweise mit romantischen Maschen, Krypto-Betrug und gefälschten Lotterieentschädigungen.
In Seoul gab die Abteilung für Wirtschaftskriminalität der städtischen Polizei die Festnahme von 25 Mitgliedern der Betrügerbande bekannt. Parallel dazu verhaftete die thailändische Polizei den Anführer sowie acht weitere Kernmitglieder, die auf ihre Auslieferung nach Südkorea warten.
Ein Polizeivertreter betonte, dass dieses Netzwerk im Gegensatz zu früheren Banden, die sich auf eine Methode konzentrierten, systematisch verschiedene Taktiken einsetzte. Die Opfer wurden dazu gebracht, Geld auf gefälschten Plattformen einzuzahlen oder wertlose Kryptowährungen zu kaufen, getarnt als Kompensation für Datenverluste.
David Sehyeon Baek, ein Berater für Cyberkriminalität, erklärte gegenüber Decrypt, dass die Gruppe von umfassenden OTC-Brokernetzwerken profitierte, insbesondere in Touristenzentren wie Pattaya. Diese nicht lizenzierten Aktivitäten ermöglichen Krypto-in-Fiat-Umwandlungen, ohne traditionelle Bankkontrollen zu durchlaufen.
Lungo Company nutzte laut Baek wahrscheinlich sogenannte "Chain-Hopping"-Taktiken. Dies beinhaltete das schnelle Übertragen von Geldern über verschiedene Blockchains, um Transaktionsspuren zu verwischen. Baek fügte hinzu, dass durch den globalen Anstieg dieser "Cross-Chain" Kriminalität Ermittler gezwungen sind, unzählige Stunden mit der Verfolgung von Geldern über diverse Protokolle zu verbringen.
Die Organisation nutzte weiterhin verschachtelte Dienste innerhalb regulierter Börsen, um anonymisierte Handelsplattformen zu schaffen. Solche "parasitären Börsen" verarbeiten nahezu 100-mal mehr illegale Transaktionen als ihre regulären Gegenstücke und erheben hohe Gebühren für die Anonymität.
Zusätzliche Techniken umfassten Krypto-gestützte Prepaid-Karten, Kasinos zur Geldwäsche und mikro-transaktionale Splittings, um Entdeckungen zu umgehen. Für die endgültige Ausgliederung des Geldes nutzte das Netzwerk unregulierte OTC-Broker in Thailand und benachbarten Regionen, oft koordiniert über verschlüsselte Apps wie Telegram und WeChat.
Erst kürzlich zerschlug die Polizei in Seoul einen internationalen Hackerring, der etliche Millionen Dollar bei Südkoreas Elite stahl, darunter bekannte Persönlichkeiten und Wirtschaftsbosse.

