Intel: Zwischen politischem Schub und technischer Herausforderung
Die Stimmung rund um die Intel-Aktie hat sich in jüngster Zeit dramatisch gewandelt. Ehemalige Skeptiker zeigen nun Interesse, insbesondere nach den jüngsten Unterstützungen von Präsident Donald Trump und bedeutenden Investitionen seitens Nvidia. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, ob langjährige Bedenken über das Geschäftsmodell des Chip-Herstellers nun zugunsten neuer Investmentchancen beiseitegelegt werden sollten.
Analysten von Bernstein äußerten Bedenken, Intel zu unterschätzen. Sie räumen jedoch ein, dass die politische Unterstützung durch Trump aktuell als veritabler Kurstreiber fungieren könnte. Grundstein der Erholungsgeschichte Intels sind die Erwartungen, neue Kunden für die Chipfertigung zu gewinnen. Diese Expansion wird von der Trump-Administration als essenziell für die inländische Chipproduktion und nationale Sicherheitsinteressen angesehen. Dennoch mahnen einige Experten zur Vorsicht, da sie den jüngsten Kursanstieg als verfrüht beurteilen.
Die Aktie von Intel verzeichnete einen Anstieg von fast 9% und schloss am Donnerstag bei etwa 34 US-Dollar. Berichte, dass Apple als nächster signifikanter Investor auftreten könnte, haben den positiven Trend verstärkt. Seit Nvidias Engagement hat die Aktie etwa 70% zugelegt, bleibt jedoch weiterhin unter ihren Höchstständen von 2021.
Analysten von Seaport Research Partners haben ihre Einschätzung der Aktie jüngst auf „neutral“ angehoben. Sie erwarten, dass der Aufwärtstrend vorerst anhalten könnte, insbesondere durch fortlaufende Investitionen. Dennoch bleiben sie vorsichtig bezüglich Intels langfristiger Geschäftsperspektiven.
Während Nvidia bei seiner Investition keine Zusagen bezüglich der Nutzung von Intels Foundry gemacht hat, könnte eine mögliche Zusammenarbeit mit Apple ebenfalls nicht zwingend darauf abzielen. In einem Gespräch mit CNBC deutete Gene Munster von Deepwater Asset Management an, dass ein Investment Apples bei Intel mehr dem Erlangen von Sympathiepunkten mit der Regierung dienen könnte.
Viele Wall-Street-Analysten bewahren derzeit Zurückhaltung und plädieren für ein „Hold“-Rating, da sie einen möglichen Rückgang der Aktie erwarten. Die aktuelle Kurszielprognose liegt mit 26 US-Dollar etwa 25% unter dem Schlusskurs vom Donnerstag, was die gebotene Vorsicht unterstreicht.
Für einige Analysten liegt die eigentliche Herausforderung weniger im derzeitigen Momentum, sondern in Intels Fähigkeit, Produkte im erforderlichen Maßstab, mit Geschwindigkeit und zu vertretbaren Kosten herzustellen. Bernstein betont, dass trotz aller politischen Unterstützung, Intel vor allem eines braucht: Kunden.

