Instagram-Chef Adam Mosseri bestreitet Suchtpotenzial sozialer Medien
Der Chef des beliebten Online-Dienstes Instagram, Adam Mosseri, sieht das Suchtpotenzial sozialer Medien in einem laufenden US-Gerichtsverfahren als nicht klinisch an. Er argumentierte laut der „New York Times“ vor einem Gericht in Los Angeles, dass Nutzer zwar ähnlich süchtig sein könnten wie nach einer spannenden Fernsehserie, jedoch keine klinische Abhängigkeit bestehe. Der Ausgang dieses Prozesses, der sich mit der möglichen Suchtgefahr von Diensten wie Instagram und Youtube beschäftigt, könnte für zahlreiche ähnliche Klagen wegweisend sein.
Instagram, das zur Meta-Plattform gehört, sieht sich in der Klage einer 20-jährigen Frau konfrontiert, die der Plattform vorwirft, absichtlich süchtig machende Funktionen zu integrieren. Sie gibt an, schon seit ihrer Kindheit die Dienste zu nutzen, und führt ihre Depressionen und Ängste darauf zurück. Meta jedoch weist jegliche Verantwortung zurück und argumentiert, dass die Klägerin bereits vor seiner Nutzung sozialer Medien erheblichen psychischen Herausforderungen ausgesetzt war.
Zur Unterstützung junger Nutzer hat Meta diverse Schutzmaßnahmen implementiert, darunter spezielle Teenager-Accounts und Elternaufsichts-Funktionen. Unterdessen wird erwartet, dass Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook und CEO von Meta, demnächst im Verfahren aussagen wird. Parallel dazu weist auch Youtube, vertreten durch einen Anwalt, die Vorwürfe zurück.
Youtube gehört eher in die Kategorie eines Streaming-Dienstes und nicht in die der sozialen Medien, so die Argumentation. Außerdem gebe es keine Hinweise auf exzessiven Konsum seitens der Klägerin, die in einem Vierjahreszeitraum durchschnittlich 29 Minuten am Tag Youtube nutzte. In einem weiteren Fortgang des Falls hatten die Betreiber von Snapchat und Tiktok sich bereits vor dem Prozess auf einen Vergleich verständigt, dessen finanzielle Details unter Verschluss bleiben.

