Insiderwissen bei Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen vermutet
Der jüngst aufgedeckte millionenschwere Sparkassen-Raub in Gelsenkirchen wirft spannende Fragen auf, denn Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) deutet auf die Möglichkeit hin, dass die Täter Insiderwissen hatten. Besondere Befremdlichkeiten im Verlauf des Einbruchs legen nahe, dass die Kriminellen vielleicht heimliche Hilfe erhielten und arbeiten offenbar auf höchstem Niveau. Dies äußerte Reul in einem Gespräch mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).
Ein besonders hervorstechendes Detail ist die exakte Vorgehensweise beim Einbruch. Die Täter gelangten über eine augenscheinlich bewusst manipulierte und unbeaufsichtigte Tür in einen Archivraum der Bank und setzten dort mit bemerkenswerter Präzision einen Kernbohrer an die Wand, die direkt an den Tresorraum grenzte.
Ein weiterer Überlegungspunkt ist die Auswahl der aufgebrochenen Schließfächer. Bei den circa 3.250 Fächern fielen zufälligerweise jene, die aktuell nicht vermietet waren, den Eindringlingen nicht zum Opfer. Reul kennzeichnete die Gruppe als eine "hochprofessionelle Bande", die mit akribischer Planung vorgegangen sei.
Der Vorstand der Sparkasse, Michael Klotz, zeigte sich zurückhaltend bezüglich der möglichen Nutzung von Insiderinformationen und kommentierte die Gerüchte in der "WAZ" lediglich mit der Feststellung, dass hierfür keine Beweise existieren und eine Teilnahme an Spekulationen unangemessen sei. Die Täter hatten sich Ende Dezember über ein Parkhaus Zutritt zur Bank verschafft und dabei in die Tresorraumwand ein gewaltiges Loch gebohrt. Derzeit prüfen Ermittler weiterhin die Schadenshöhe, die sich, nach jüngsten Schätzungen, in einem dreistelligen Millionenbereich bewegen könnte.

