Inflationsentwicklung in Deutschland: Preisdruck hält an
Die Inflationsdynamik in Deutschland hat im September neue Höhen erreicht, mit einem bemerkenswerten Anstieg der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Vorläufige Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden bestätigt und zeigen einen bedeutenden Auftrieb durch gestiegene Kosten in der Dienstleistungsbranche sowie bei Lebensmitteln.
Bereits im August dieses Jahres hatte die Inflationsrate erstmals auf 2,2 Prozent zugenommen. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, kommentiert: "Nach einer Phase abnehmender Inflation seit Jahresbeginn erleben wir nun eine zweimonatige Aufwärtsbewegung." Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Konsumenten in Deutschland auf anhaltende Inflationsraten oberhalb von zwei Prozent einstellen müssen, was die Kaufkraft erheblich beeinträchtigt.
Zwischen August und September 2025 verzeichnete das Amt einen weiteren Zuwachs der Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Auch die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausschließt, zeigte einen leichten Anstieg auf 2,8 Prozent.
Erfreulicherweise ist der große Inflationsschub infolge geopolitischer Spannungen abgeklungen. Im vergangenen Jahr sank die Inflation auf 2,2 Prozent, ein Rückgang im Vergleich zu den Jahren 2022 mit 6,9 Prozent und 2023 mit 5,9 Prozent. Für das Jahr 2025 rechnen führende Wirtschaftsforscher mit einer gemäßigten Inflationsrate von 2,1 Prozent.
Besonders spürbar waren die Preisanstiege beim täglichen Einkauf. Die Lebensmittelpreise erhöhten sich um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei Schokolade einen beispiellosen Anstieg von 21,2 Prozent verzeichnete. Im Gegensatz dazu verbilligte sich Gemüse um 2,1 Prozent.
Nicht nur bei Lebensmitteln, auch im Dienstleistungssektor zogen die Preise wieder an, was durch die Kostensteigerungen bei Kfz-Versicherungen, Autoreparaturen und bei Tickets für den öffentlichen Nahverkehr verdeutlicht wird. Internationale Flüge hingegen verzeichneten eine Preissenkung.
Im Energiesektor fanden im September marginale Preisbewegungen statt. Insgesamt waren Energiepreise um 0,7 Prozent günstiger als im Vorjahr, wobei Strom- und Brennstoffpreise fielen, während Kraftstoffe und Erdgas sich etwas verteuerten.
Die konsistente Preisüberwachung des Statistischen Bundesamtes spiegelt die sich ändernde Landschaft wider, indem monatlich Tausende von Preisnotierungen erhoben und analysiert werden. Diese Datenbank umfasst eine repräsentative Auswahl an Waren und Dienstleistungen, von Lebensmitteln bis hin zu Mieten und Kraftstoffen, mit einem Teil der Erhebung, die online durchgeführt wird.

