Inflationsdynamik in der Eurozone zeigt leichte Entspannung
Der jüngste Bericht von Eurostat zeigt, dass der Preisauftrieb in der Eurozone im Oktober etwas nachgelassen hat. Die Verbraucherpreise sind im Jahresvergleich um 2,1 Prozent gestiegen. Damit setzt sich der erwartete Trend einer leichten Abschwächung fort, nachdem die Rate im Vormonat noch bei 2,2 Prozent lag.
Ökonomen hatten diesen Rückgang genau vorausgesehen. Die aktuelle Inflationsentwicklung bewegt sich somit wieder in Richtung der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Inflation von etwa zwei Prozent anpeilt. Diese Rate wird als optimal angesehen, um für stabile Preise innerhalb der Eurozone zu sorgen. Die Kerninflationsrate, die ohne besonders volatile Komponenten berechnet wird, blieb jedoch unverändert bei 2,4 Prozent, trotz einer durchschnittlichen Erwartung der Volkswirte, dass sie leicht auf 2,3 Prozent sinken würde.
Ein wesentlicher Treiber der Inflationsrate waren die steigenden Preise für Dienstleistungen, die im Oktober um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zunahmen. Auf der anderen Seite wirkte ein Rückgang der Energiepreise als dämpfender Faktor auf die Inflation. Auch bei Lebens- und Genussmitteln schwächte sich der Preisanstieg im Vergleich zum Vormonat merklich ab.
Es zeigten sich allerdings erhebliche Unterschiede bei der Preisentwicklung in den großen Volkswirtschaften der Eurozone. So verzeichnet Frankreich eine vergleichsweise niedrige Inflationsrate von nur 0,9 Prozent, während Italien bei 1,3 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu hat Deutschland mit 2,3 Prozent eine deutlich höhere Teuerungsrate.
Die EZB sah sich angesichts dieser Entwicklungen am Vortag veranlasst, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Der wichtige Einlagensatz wurde weiterhin bei 2,0 Prozent belassen. Laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, könnte diese Inflationsentwicklung die Währungshüter in ihrem bisherigen Kurs bestätigen. Allgemein gehen Experten davon aus, dass bei der nächsten Zinssitzung im Dezember keine Änderungen der Leitzinsen zu erwarten sind, was die zentrale Bank in eine komfortable Lage versetzt.

