Inflation in der Eurozone zieht leicht an: Dienstleistungen und Genussmittel im Fokus
Die Eurozone hat im September eine leicht erhöhte Inflationsrate verzeichnet. Nach ersten Schätzungen von Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent, nachdem im August noch ein Anstieg von 2,0 Prozent registriert wurde. Dieser Zuwachs entsprach den Prognosen der Volkswirte. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise um 0,1 Prozent, ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Komponenten herausrechnet, blieb stabil bei 2,3 Prozent.
Besondere Aufmerksamkeit erregten die Preissteigerungen im Dienstleistungssektor, die mit 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausfielen. Auch die Lebens- und Genussmittel verteuerten sich um 3,0 Prozent. Im Gegensatz dazu sanken die Energiepreise leicht um 0,4 Prozent.
Ralph Solveen, Volkswirt der Commerzbank, kommentierte, dass die aktuelle Inflationssituation unverändert bleibe und prognostiziert, dass sich die Raten in den kommenden Monaten weiter der 2-Prozent-Marke annähern werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins nicht verändert, da sie langfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, lobte die Entscheidung der EZB, die Zinsen nicht weiter zu senken, da weiterhin Risiken bestehen. Er hob hervor, dass die Preise für frische Waren und Dienstleistungen einen hartnäckigen Aufwärtstrend zeigen.
Ein Blick auf die großen Mitgliedsländer zeigt eine besonders hohe Inflationsrate von 3,0 Prozent in Spanien, während Frankreich mit 1,1 Prozent das untere Ende der Skala markierte. In Deutschland lag die Rate bei 2,4 Prozent, in Italien bei 1,8 Prozent. Die Finanzmärkte reagierten zurückhaltend auf die Daten, da sie überwiegend im Rahmen der Erwartungen lagen.

