Industrieproduktion: Unerwarteter Rückgang trübt Erholung

Die deutsche Industrie erlebte am Ende des vergangenen Jahres einen ungeahnten Dämpfer in ihrer Produktionskraft. Im Dezember verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe einen deutlichen Rückgang der Fertigung. Besonders die Autoindustrie erlebte unerwartet niedrige Produktionszahlen, wodurch die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent sank. Dies stellte den ersten Rückschritt nach drei aufeinanderfolgenden Monaten positiver Entwicklungen dar, wobei Experten dennoch optimistisch einer Aufwärtstendenz nach der Krise entgegenblicken.
Obgleich Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten, übertraf der tatsächliche Einbruch bei Weitem die prognostizierten 0,3 Prozent. Hinzu kam eine Anpassung der Zahlen für den November, in dem das Produktionswachstum entgegen ursprünglichen Meldungen nur bei 0,2 Prozent lag. Ein Blick auf das Jahresende offenbarte ebenfalls enttäuschende Entwicklungen mit einem Rückgang um 0,6 Prozent im Dezember, während ursprünglich ein Plus von 1,9 Prozent erwartet worden war.
Der dramatische Rückgang in der Autoherstellung um 8,9 Prozent beeinflusste die gesamte Industrieproduktion maßgeblich. Auch der Maschinenbau verzeichnete starke Einbußen, insbesondere in der Maschinenwartung und -montage. Allerdings verlief die Entwicklung in der Industrie breit gefächert: Ein Lichtblick war ein Zuwachs von 10,5 Prozent im Fahrzeugbau jenseits der PKW-Produktion, einschließlich Militärfahrzeuge und Flugzeuge, während auch im Bauwesen leichte Zuwächse erzielt wurden.
Trotz der Unsicherheiten zeigt sich das Bundeswirtschaftsministerium gelassen und betrachtet die schwächeren Produktionszahlen lediglich als temporäre Unterbrechung in einem sonst positiven Trend. Die Stärke des Auftragseingangs gibt Anlass zur Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ist optimistisch: Er sieht in den robusten Auftragseingängen ein Signal für bessere Zeiten nicht nur für die Industrie, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft.

