Indonesische Fischer verklagen Holcim in der Schweiz: Ein Präzedenzfall im Kampf gegen den Klimawandel?
Einige Fischer von der indonesischen Insel Pari haben sich auf den weiten Weg in die Schweiz gemacht, um den in Zug ansässigen Baustoff-Giganten Holcim vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. Sie beschuldigen das Unternehmen, durch klimaschädlichen CO2-Ausstoß maßgeblich zum Klimawandel und damit zum bedrohlichen Anstieg des Meeresspiegels beizutragen. Dies gefährde ihre Heimatinsel, die infolge dessen zunehmend Überschwemmungen erleide.
Die Kläger fordern von Holcim eine finanzielle Entschädigung für ihre Einbußen im Fischfang und Tourismus sowie die Unterstützung bei Schutzmaßnahmen zur Rettung ihrer Insel. Ebenso drängen sie darauf, dass Holcim seine CO2-Emissionen weiter reduziert. Davon erhoffen sie sich eine nachhaltige Perspektive für die in 1,50 Metern Höhe über dem Meer lebende Bevölkerung von Pari.
Im Verfahren betonte die Verteidigung von Holcim, dass die Klage eine "künstliche Inszenierung" sei, die die eigentliche globale Dimension des Klimawandels ignoriere. Zudem gebe es Zweifel an der Zuständigkeit des Zuger Kantonsgerichts in dieser Angelegenheit. Obwohl Holcim seinen CO2-Ausstoß seit 2015 bereits erheblich gemindert hat, wollen die indonesischen Kläger nicht locker lassen.
Der Fall reiht sich in eine Reihe von Klimaklagen gegen große Konzerne ein. Ein beachtliches Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Rechtsstreit zwischen Klimaschützern und Shell in den Niederlanden. Dort mussten Richter schon Erfahrung in der Beurteilung solcher komplexen Klagen sammeln, was die globale Relevanz dieses Vorstoßes bestätigt.

