Immobilienmarkt trotz Herausforderungen auf Wachstumskurs

Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise erfährt der Immobilienmarkt in Deutschland einen bemerkenswerten Anstieg der Preise für Wohnungen und Häuser. Insbesondere in den Metropolregionen ist das Angebot an günstigem Wohnraum knapp, was den Druck auf die Mieten weiter intensiviert. Experten prognostizieren für die kommenden Jahre keine Entlastung. So erwartet Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft, dass die Preise bis 2026 moderat um drei bis vier Prozent steigen werden, wenn auch nicht so rasant wie in den 2010er Jahren.
Ein Schlüsselfaktor, der den Druck auf den Wohnungsmarkt erhöht, ist die zunehmende Zahl an Einpersonenhaushalten. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, betont, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße stetig sinkt, was den Bedarf an Wohnraum auch bei stagnierender Bevölkerungszahl erhöht. Während 1991 noch 2,3 Personen in einem Haushalt lebten, ist die Zahl inzwischen auf 2,0 gesunken.
Die Ballungsräume Deutschlands ziehen weiterhin zahlreiche junge Menschen an, insbesondere bedingt durch die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten. Dies treibt die Mietpreise in die Höhe. Einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge stiegen die Mieten 2025 bundesweit um vier Prozent, in großen Städten sogar um bis zu acht Prozent.
Ein zusätzliches Problem stellt der stockende Neubau dar, der das Wohnungsangebot weiter verknappt. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt, dass dieses Jahr etwa 235.000 Wohnungen gebaut werden und 2026 lediglich 215.000, was die Lage verschärft.
Auf der anderen Seite der Gleichung sorgen jedoch steigende Löhne und hohe Erbschaften für anhaltende Nachfrage nach Immobilien. Das Statistische Bundesamt meldet einen Anstieg der Reallöhne, während Erbschaften zunehmend hohe Kapitalbeträge erzeugen, die in den Immobilienkauf fließen.
Schließlich wird durch das hohe Zinsniveau und die steigende Staatsverschuldung der finanzielle Rahmen für Immobiliengeschäfte weiter bestimmt. Mit Bauzinsen, die stabil bleiben oder leicht anziehen könnten, akzeptieren Investoren die veränderten Bedingungen am Kapitalmarkt.

