Illegale Haushaltshilfen: Ein Milliardengeschäft im Schatten

Hausarbeiten ohne Anmeldung sind in deutschen Haushalten weit verbreitet. Neuesten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zufolge beschäftigen rund vier Millionen Haushalte im Land ihre Haushaltshilfe schwarz. Damit bleibt der Staat auf Milliarden an potenziellen Steuereinnahmen sitzen.
Vielfältige Gründe führen zur Umgehung einer legalen Anstellung. Eine Studie ergab, dass etwa ein Viertel der Befragten angab, die Haushaltshilfe selbst wünsche keine Anmeldung. Andere nannten die hohen Kosten oder bürokratische Hürden als Hemmnisse. Besonders häufig wird die Beschäftigung jedoch als erweiterte Nachbarschaftshilfe deklariert, auch wenn nach Einschätzung des IW eine Anmeldung oft erforderlich wäre.
Während die Stundensätze für illegale oder einfache Minijob-Anstellungen zwischen 15 und 25 Euro variieren, ergab sich dadurch ein Bruttoumsatz von satten 8,63 Milliarden Euro, die im Jahr 2023 nicht versteuert wurden. Prognosen zufolge dürfte diese Summe bis 2025 weiter anwachsen.
Zur Bekämpfung des Problems verabschiedete der Bundestag im November ein neues Gesetz, das der Finanzkontrolle Schwarzarbeit erweiterte Befugnisse gibt. Doch private Haushalte bleiben schwer kontrollierbar.
Gesetzlich geschützte Privatsphäre und die Wahrnehmung von Haushalten als nicht-klassische Arbeitsstätten stellen bestehende Kontrollen vor große Herausforderungen. Eine preferierte Anstellung auf Vertrauensbasis begünstigt das Umgehen formeller Vertragsbindungen, während Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall oder während des Urlaubs als nicht praktikabel gelten.

