Zellerfeld: Ein frischer Wind für die Schuhindustrie dank 3D-Druck
Cornelius Schmitt, ein visionärer Ingenieur aus Münster, verfolgt ein mutiges Ziel: Millionen von Menschen sollen seine 3D-gedruckten Turnschuhe tragen. Seine Hamburger Firma, Zellerfeld, hat sich in kürzester Zeit von einem harmlosen Studentenprojekt in Clausthal-Zellerfeld zu einem millionenschweren Unternehmen entwickelt, das internationale Stars und renommierte Designer begeistert. Schmitt begann in seinen frühen Zwanzigern mit dem Bau seiner ersten Drucker und der Entwicklung der dazugehörigen Software. Seine Leidenschaft für extravagante Turnschuhe mündete in ein kreatives Geschäftsmodell: Designer lieferten die Entwürfe, Schmitt produzierte die Schuhe. Was einst ein Hobby war, ist nun eine Plattform, die weltweit Beachtung findet. Zellerfeld teilt die Gewinne großzügig mit den Designern und zieht so immer mehr bekannte Marken und kreative Köpfe an.
Die Sneaker von Zellerfeld sind bereits in den Schuhschränken von Prominenten wie Shaquille O'Neal, Justin Bieber und Will.i.am zu finden. Der expeditiv wachsende Standort in Hamburg soll bis Ende 2026 mit 2.000 3D-Druckern ausgestattet werden. Auch in Austin, USA, ist Zellerfeld stark vertreten. Die flexible und effiziente Produktion ermöglicht maßgeschneiderte, recycelbare Schuhe innerhalb von nur 24 Stunden – ein erhebliches Einsparpotenzial im Vergleich zur traditionellen Schuhherstellung. Indem die Produktionskosten auf 10 bis 20 Euro pro Paar gesenkt werden, könnte Schmitts Ansatz die gesamte Industrie auf den Kopf stellen.
Seine Vision ist klar: Der 3D-Druck wird den klassischen Schuhverkauf weitgehend verdrängen. Traditionelle Schuhläden hätten mit den zahlreichen, individuell gestaltbaren Optionen der 3D-Druck-Technologie wenig Konkurrenzchancen. Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie bleibt jedoch gelassen. Vertreter wie Torben Schütz betonen die mögliche Bereicherung durch neue Materialentwicklungen, sehen jedoch in gedruckten Schuhen keinen unmittelbaren Ersatz für traditionelles Handwerk. Schmitt und sein Unternehmen schrecken indes nicht zurück. Die Kooperation mit Nike zur Entwicklung mehrfarbiger 3D-Druck-Schuhe markiert einen weiteren Schritt in Richtung Durchbruch. Zellerfeld plant zudem, das Angebot bald um orthopädische Anpassungen zu erweitern.

