Iberische Halbinsel: Stromausfallbericht wirft Fragen zur Netzplanung auf
Der jüngst veröffentlichte Untersuchungsbericht zum massiven Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel, der sich Ende April ereignete, hat für zunehmende Diskussionen gesorgt. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass eine überhöhte Spannung im Stromnetz von Spanien und Portugal für den Blackout verantwortlich war. Diese hohe Spannung hatte eine Reihe von automatischen Sicherheitsabschaltungen zur Folge. Cyberangriffe werden ausgeschlossen, wie Spaniens Vizeregierungschefin und Umweltministerin Sara Aagesen betont.
Besonders spannend ist die Analyse der Ursachen: Die überhöhte Spannung wurde demnach durch eine unzureichende Planung des Stromnetzbetreibers Red Eléctrica ausgelöst. Genauer gesagt, mangelte es an der Berücksichtigung ausreichender Anlagen, die Spannungsschwankungen im Netz abfedern können. Erwähnenswert ist auch das Verhalten konventioneller Kraftwerksbetreiber, darunter Kombi-, Atom- und Wasserkraftwerke, die nicht genügend Überspannung aus dem Netz absorbierten und teilweise regelwidrig ausschalteten.
Es bleibt unklar, warum Red Eléctrica so unvorsichtig plante und warum die Verhaltensweisen der Kraftwerksbetreiber nicht entsprechend koordiniert wurden. Hier deutet Sara Aagesen auf Defizite in der Koordination, unklare Verantwortlichkeiten und einen Mangel an Transparenz hin.
Die Sicherstellung der Netzstabilität in einem zunehmend auf erneuerbare Energien setzenden Umfeld erfordert nach Ansicht von Experten zusätzliche Investitionen. So könnten beispielsweise Synchronkondensatoren die stabilisierende Rolle klassischer Turbinen ersetzen. Auch intelligente Wechselrichter und große Batteriespeicher kommen als potenzielle Lösungen infrage, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen und das Netz stabil zu halten.

