Hurrikan Debby erreicht Kategorie 1: Große Schäden in Florida und Südstaaten erwartet
Hurrikan Debby hat sich zu einem gewaltigen Sturm entwickelt, der am Montagabend in der Region Big Bend in Florida auf Land treffen soll. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h erreicht Debby nun die Kategorie 1 und könnte vor der Küste noch weiter an Stärke gewinnen, so das Nationale Hurrikanzentrum (NHC). Der Sturm könnte bis zu drei Meter hohe Wasserstände in das Landesinnere schieben und heftigen Regen mit sich bringen.
Richard Pasch, ein führender Hurrikan-Spezialist beim Zentrum, warnte vor einer lebensbedrohlichen Lage. Historische Regenfälle könnten in Südostgeorgien und South Carolina katastrophale Überschwemmungen verursachen.
US-Präsident Joe Biden hat den Notstand in Florida ausgerufen und Bundesmittel zur Unterstützung freigegeben. Auch die Gouverneure Ron DeSantis und Brian Kemp erklärten den Notstand in Florida und Georgia. Dixie County in Florida hat seine Küstenbewohner aufgefordert, ab Sonntag 14 Uhr zu evakuieren, während Taylor County Notunterkünfte eingerichtet hat.
Bereits jetzt werden Schäden und Verluste in Höhe von ca. 250 Millionen US-Dollar erwartet, Tendenz steigend. Chuck Watson, Katastrophenmodellierer bei Enki Research, sieht das Schadenspotenzial bei massiven Überschwemmungen in Georgia und South Carolina sogar bei bis zu einer Milliarde US-Dollar.
Am Sonntagabend befand sich Debby etwa 160 km westnordwestlich von Tampa. Der Sturm könnte sich durch die warmen Gewässer des Golfs von Mexiko stärker entwickeln, warnte Ryan Truchelut von WeatherTiger. Matt Rinde von AccuWeather bestätigt, dass die langsame Zuggeschwindigkeit des Sturms zu historischen Regenfällen in Georgia und South Carolina führen könnte.
Stromausfälle in Florida sind praktisch sicher, jedoch bleiben die Öl- und Erdgasbetriebe im westlichen Golf von Mexiko verschont. Debby ist der vierte Sturm des Jahres 2024 und bereits der zweite Hurrikan, der die USA trifft.
Vergleiche mit früheren Stürmen wie Michael 2018 und Ian 2022 lassen vermuten, dass erhebliche Schäden zu erwarten sind. Besonders warmes Meerwasser vor der Küste weckt Bedenken über eine extrem aktive atlantische Sturmsaison. Debby könnte nach ihrem ersten Landgang erneut über dem Atlantik auftauchen und in South Carolina wieder an Land treffen.
Neben Debby beobachten Meteorologen noch ein zweites potenzielles atlantisches Sturmsystem, das sich diese Woche in die westliche Karibik bewegend könnte.

