Hoffnungsträger Foundry: Intel-Aktie springt nach Nvidia-Gerüchten und Insiderkauf
Nvidia prüft Fertigung bei Intel
Laut einem Bericht des Branchendienstes DigiTimes erwägt Nvidia, Teile seiner kommenden GPU-Generation „Feynman“ bei Intel fertigen zu lassen. Im Gespräch sind demnach bis zu 25 Prozent sogenannter sekundärer Komponenten, insbesondere I/O-Dies. Produziert werden könnten diese in Intels fortschrittlichen 18A- und später 14A-Prozessen. Die zentralen Rechenchips würden weiterhin bei TSMC entstehen.
Für Intel wäre ein solcher Auftrag strategisch enorm wichtig. Zum einen würde er die technologische Reife der neuen Fertigungsgeneration unter Beweis stellen, zum anderen die Auslastung der eigenen Fabriken verbessern. Besonders attraktiv: Die Chips könnten mit Intels EMIB-Packaging-Technologie kombiniert werden, die komplexe Mehrchip-Designs ermöglicht und als Schlüsselkompetenz im Wettbewerb mit TSMC gilt.
Foundry-Sparte unter Druck
Der Hintergrund ist ernst. Intels Foundry-Geschäft schrieb 2025 einen operativen Verlust von 10,3 Milliarden Dollar. Die hohen Investitionen in neue Werke in den USA und Europa belasten die Bilanz, während große externe Kunden bislang fehlen. Ein Einstieg von Nvidia – selbst wenn es „nur“ um Teilkomponenten geht – wäre ein Signal an den Markt, dass Intel als Auftragsfertiger für Hochleistungsprozessoren ernsthaft in Betracht gezogen wird.
Für 2028 geplante Produkte wie „Feynman“ würden zudem zeitlich gut zu Intels Roadmap passen. Die 18A-Technologie befindet sich seit Oktober 2025 in der Massenproduktion in Arizona und bildet die Basis für kommende Eigenentwicklungen wie „Panther Lake“ und „Clearwater Forest“.
Vertrauenssignal aus dem Vorstand
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Aktie durch einen Insiderkauf. Finanzchef David Zinsner erwarb am 26. Januar 5.882 Intel-Aktien zu durchschnittlich 42,50 Dollar, insgesamt rund 250.000 Dollar. Der Kauf erfolgte kurz nach der Veröffentlichung des Ausblicks für das erste Quartal 2026, der den Markt enttäuscht hatte.
Solche Transaktionen gelten als starkes Vertrauenssignal, weil Vorstände ihr eigenes Geld nur selten in nennenswertem Umfang investieren, wenn sie kurzfristig mit weiteren Rückschlägen rechnen.
Schwacher Ausblick, starke Reaktion
Dabei waren die operativen Nachrichten zuletzt alles andere als euphorisch. Zwar übertraf Intel im vierten Quartal 2025 mit 13,67 Milliarden Dollar Umsatz und 0,15 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie die Erwartungen. Doch für das erste Quartal 2026 stellte das Management lediglich 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar Erlös in Aussicht und rechnet mit einem Nettoverlust von rund 600 Millionen Dollar. Als Gründe nannte der Konzern saisonale Effekte und anhaltende Engpässe in der Lieferkette.
Umso bemerkenswerter ist die Kursreaktion. Die Aktie legte zeitweise mehr als 11 Prozent zu und machte damit einen Großteil der Verluste der vergangenen Tage wett.
Strategische Bedeutung für den Turnaround
Die Kombination aus Nvidia-Gerüchten und Insiderkauf verschiebt den Fokus der Investoren wieder auf die langfristige Story: Intels Rückkehr als führender Chipfertiger. Gelingt es dem Konzern, mit 18A und 14A technologisch zu TSMC aufzuschließen und namhafte Kunden zu gewinnen, könnte sich die verlustreiche Aufbauphase der Foundry-Sparte in einen strategischen Vorteil verwandeln.
Noch ist nichts unterschrieben. Doch allein die Tatsache, dass Nvidia Intel als potenziellen Fertigungspartner prüft, markiert einen psychologisch wichtigen Wendepunkt. Für den Markt ist das ein erstes Indiz, dass Intels Aufholjagd in der Halbleiterfertigung mehr sein könnte als nur ein kostspieliges Versprechen.


