Hoffnungsschimmer in der Chip-Krise: Neue Signale aus China
Die anhaltenden Lieferprobleme beim Chip-Hersteller Nexperia haben Bundesregierung und Industrie in Alarmbereitschaft versetzt. Jüngste Signale aus China lassen allerdings auf Entspannung hoffen. Das chinesische Handelsministerium stellte die Ausfuhr dringend benötigter Halbleiter in Aussicht, was seitens des Bundeswirtschaftsministeriums als ein positives erstes Signal gewertet wird.
Das Angebot aus China geht mit dem Aufruf einher, dass betroffene Firmen sich an das Handelsministerium wenden sollen, um eine individuelle Prüfung ihrer Exporte zu ermöglichen. Eine bedingungslose Entwarnung gibt es dennoch nicht: Weder die genauen Voraussetzungen noch die konkreten Modalitäten der Exportzulassungen wurden bislang offen kommuniziert.
Derweil ist die niederländische Regierung in den Fokus der Schuldzuweisungen geraten. Peking wirft den Niederländern vor, durch unzulässige Einmischungen in Unternehmensangelegenheiten die globale Produktions- und Lieferketten ins Chaos gestürzt zu haben. Die niederländische Kontrolle über Nexperia, so China, war der Auslöser der derzeitigen Spannungen.
Auch auf dem europäischen Kontinent herrscht unter den Automobilherstellern eine gewisse Nervosität. Die Aussicht auf Produktionsstopps schürt Ängste, während man hofft, dass das chinesische Entgegenkommen bald Wirkung zeigt. Doch bleibt unklar, ob die Lösungsvorschläge Pekings auch die europäische Wirtschaft umfassen werden.
Eine Entwicklung aus den USA könnte zusätzliche Dynamik in die Debatte bringen. Medienberichten zufolge könnten die USA eine Ankündigung machen, die Nexperias Niederlassung in China als bald wieder lieferfähig erklärt. Dies wird auf Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping zurückgeführt.
Was die europäische Perspektive betrifft, so scheint Bewegung in die Sache geraten zu sein. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic berichtete von laufenden Gesprächen zwischen der EU und China, in denen die Entschlossenheit zur Optimierung der Exportkontrollpolitik bekräftigt wurde. Eine Erleichterung für europäische Märkte könnte so ebenfalls in Reichweite sein.

