Hoffnungsschimmer am Horizont für die deutschen Kfz-Versicherer
Die Hannover Rück gibt den strauchelnden deutschen Kfz-Versicherern Grund zum Aufatmen: Nach schwierigen Jahren deutet sich eine Rückkehr in die Gewinnzone bis 2025 an. Thorsten Steinmann, Deutschlandchef des drittgrößten Rückversicherers weltweit, berichtete optimistisch beim jährlichen Branchentreffen in Baden-Baden, dass die Erstversicherer auf einem vielversprechenden Weg der Rentabilitätssteigerung seien. Allerdings wird das Bild durch die weiterhin schnell steigenden Kosten für Ersatzteile und Werkstattleistungen getrübt, welche die Inflation bei den Verbraucherpreisen deutlich übertreffen. Versicherer stehen somit vor der Herausforderung, durch gezielte Erhöhungen der Prämien gegenzusteuern. Diese Notwendigkeit weiterer Preisanpassungen dürfte die Branche auch in Zukunft begleiten.
Beim Branchentreffen im Oktober, einem wichtigen Termin im Versicherungskalender, diskutieren Rückversicherer wie Swiss Re und Munich Re mit ihren Partnern aus der Erstversicherung die Bedingungen für den anstehenden Vertragswechsel. Gerade in einem solch herausfordernden Marktumfeld wird deutlich, wie wichtig die Neugestaltung der Verträge ist. In den Jahren zuvor sahen sich die Kfz-Versicherer in Deutschland milliardenschweren Verlusten gegenüber, nicht zuletzt aufgrund eines immensen Anstiegs der Ersatzteilpreise, wie Jörg Asmussen vom GDV kürzlich erklärte. Diese brachten viele Anbieter dazu, die Prämien ihrer Kunden zu erhöhen. Trotz dieser Maßnahmen konnten die Kosten erst im laufenden Jahr gedeckt werden, und alle Zeichen stehen nun einem versicherungstechnischen Gewinn. Dies, so der GDV-Hauptgeschäftsführer, wäre ein dringend benötigter Aufschwung für die Branche.

