Höhere Preise durch Zölle: Eine schwer zu schluckende Prise für die Wirtschaft
Die jüngste Umfrage von Duke University und den Federal Reserve Banks von Richmond und Atlanta zeigt deutlich, dass Zölle einen erheblichen Teil des Preisanstiegs in der Wirtschaft auslösen. Laut den Angaben der Finanzvorstände der befragten Unternehmen sind Zölle in diesem Jahr für etwa ein Drittel des Preiswachstums verantwortlich. Ohne die historisch hohen Zölle unter Präsident Donald Trump hätte die Inflationsrate um ein Drittel niedriger ausfallen und fast das Ziel von 2 % der Federal Reserve erreichen können. Im Kontrast zu Trumps Behauptungen, dass es keine Inflation gibt und seine Handelsstrategie keine Preiserhöhungen verursache, zeigen die Umfrageergebnisse, dass Zölle auch im kommenden Jahr ein Viertel der Preisanstiege ausmachen werden.
Ein langfristiger Effekt ist zu erwarten, so John Graham, Professor an der Fuqua School of Business der Duke University. Die steigenden Kosten für Importe von Waren, Bauteilen und Rohstoffen treiben die Unternehmen dazu, einen Großteil dieser Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben. Bereits eine Reihe bedeutender Unternehmen, darunter Walmart, Target, Hasbro und Nike, haben geplante Preiserhöhungen aufgrund von Zöllen angekündigt. Die Umfrage der CFOs prognostiziert, dass Preissteigerungen in diesem Jahr 3,9 % erreichen könnten, mit Zöllen, die 1,3 Prozentpunkte dieses Anstiegs ausmachen.
Während einer Pressekonferenz äußerte sich Fed-Chef Jerome Powell zu den Zöllen, die zwar weniger ausgeprägt in die Preise eingearbeitet werden als erwartet, jedoch noch nicht an ihrem Ende sind. Einige Güter, wie Kaffeebohnen aus Brasilien oder Tomaten aus Mexiko, sind besonders stark betroffen, was zu signifikanten Preisanstiegen führt.
Stephen Miran, ein neuer Gouverneur der Fed und ehemaliger Ökonom des Weißen Hauses, hält die Sorgen über zollbedingte Preiserhöhungen für übertrieben. Dennoch zeigen die Importpreise einen unerwarteten Anstieg, was Zweifel an den Annahmen äußert, dass diese Kosten hauptsächlich von den Exporteuren getragen werden.
Die Aussichten der CFOs für die US-Wirtschaft haben sich leicht verbessert, obwohl Zölle weiterhin die Hauptsorge darstellen. Dass die Kosten- und Preiserwartungen leicht gesunken sind, könnte darauf hinweisen, dass einige der befürchteten Folgen der Zölle erst im Jahr 2026 sichtbar werden. Unternehmen wie Walmart und Target leiden weiterhin unter den organisatorischen Aufwänden, die die Verwaltung der Zollkosten mit sich bringt. Die Herausforderung, den Kunden diese zusätzlichen Ausgaben verständlich zu machen, bleibt bestehen.

