HOCHTIEF: ACS strebt Mehrheitsbeteiligung an, Vorstand hält sich zunächst bedeckt
Essen (aktiencheck.de AG) - Die überraschende Übernahmeofferte des spanischen Baukonzerns ACS Actividades de Construccion y Servicios S.A. (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2) für die HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) ist beim deutschen Baukonzern zunächst auf keine Reaktion gestoßen.
Am Donnerstagabend erklärte der Vorstand des im MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) notierten Konzerns lediglich, man prüfe derzeit die Sachlage und werde zu gegebenem Zeitpunkt eine Erklärung mit einer Empfehlung an die Aktionäre von HOCHTIEF abgeben. Der führende spanische Baukonzern hatte am Donnerstag erklärt, man biete im Rahmen eines Übernahmeangebots acht ACS-Anteilsscheine für fünf Aktien von HOCHTIEF, was dem gesetzlichen Mindestpreis entspricht. Dabei strebt ACS eigenen Angaben zufolge eine Beteiligung von knapp über 50 Prozent an HOCHTIEF an, was eine Vollkonsolidierung ermöglichen würde. ACS hatte seine Beteiligung an HOCHTIEF im vergangenen Jahr auf 29,98 Prozent ausgebaut.
"ACS ist seit fast vier Jahren Ankerinvestor bei HOCHTIEF und ist vom Wertsteigerungspotenzial des Unternehmens überzeugt", erklärte der ACS-Vorstandsvorsitzende Florentino Pérez in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pressemitteilung "Die geplante Beteiligungshöhe ist sowohl für ACS als auch für HOCHTIEF vorteilhaft. Gemeinsam werden wir der führende Infrastrukturkonzern der westlichen Welt mit starker Präsenz auf jedem Kontinent und einer herausragenden Position in den Schwellenländern sein. Die beiden Unternehmen eröffnen sich wechselseitig Zugang zu neuen geografischen Märkten und verbessern durch Skalenvorteile ihre Wettbewerbsposition."
Im Vorfeld der überraschenden Offerte hatte es in verschiedenen spanischen Medienberichten Spekulationen über ein mögliches Übernahmeangebot von ACS für HOCHTIEF gegeben.
Die Aktie von HOCHTIEF notiert aktuell mit einem Plus von 1,77 Prozent bei 60,50 Euro. (17.09.2010/ac/n/d)

