Herausforderung für Dresdner Flughafen: Strategien in Zeiten des Wandels
Die Debatte um die Zukunft des Flughafens Dresden gewinnt an Intensität, da konstruktive Gespräche zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt über eine mögliche Anschlussfinanzierung ab 2027 geführt werden. Der Grund hierfür liegt in der wachsenden wirtschaftlichen Kluft zwischen den Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden, die sich besonders während der Hauptreisezeit in den mitteldeutschen Bundesländern bemerkbar macht.
Während Leipzig/Halle von einem regen Passagieraufkommen profitiert, sieht sich der Flughafen Dresden mit einer zurückgehenden Fluggastzahl konfrontiert. Nach Ansicht des Leiters für Transportwesen bei Dertour, Tammo Gause, sind Dresden und Erfurt aus touristischer Perspektive weniger relevant als Leipzig, was viele Reisende dazu bewegt, auf größere Flughäfen wie Frankfurt oder München auszuweichen.
Die wirtschaftliche Situation des Betreibers, der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), bleibt angespannt, konnte im letzten Jahr aber durch Kredite und Gesellschafterzuschüsse stabilisiert werden. Sachsen plant bis 2026 Investitionen in Höhe von rund 100 Millionen Euro, sieht jedoch ab 2027 keine Unterstützung mehr aus Sachsen-Anhalt voraus.
Dies bestätigte der Finanzminister Sachsen-Anhalts, Michael Richter, indem er eine weitere Beteiligung an den Verlusten des Dresdner Flughafens ausschloss. Auch politisch bleibt die Situation angespannt: Thomas Löser von den Grünen kritisiert die Subventionierung des Flughafens Dresden und fordert ein nachhaltiges Konzept, das alternative Nutzungsmöglichkeiten wie Veranstaltungen umfasst.
Der Vorstand von MFAG, Götz Ahmelmann, hingegen betont das Entwicklungspotenzial Dresdens, mit Chancen bei Ansiedlungen und Infrastrukturprojekten.

