Henkel expandiert durch milliardenschwere Übernahme von Stahl

Der deutsche Konsumgütergigant Henkel verstärkt sein Engagement im Bereich Beschichtungen durch die geplante Übernahme des Unternehmens Stahl für stattliche 2,1 Milliarden Euro. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden strategischen Schritt zur Expansion im Bereich Hochleistungs-Spezialbeschichtungen. Überraschenderweise blieb die erste Reaktion der Börse zurückhaltend: Die Henkel-Aktie verzeichnete nach Handelsbeginn ein leichtes Minus. Neben den Übernahmeplänen drückten zudem schwache Unternehmenszahlen des US-Bleichmittelherstellers Clorox auf die Kursentwicklung, nachdem dieser die Gewinnerwartungen im vergangenen Quartal verfehlte.
Stahl, ein Unternehmen mit 1.700 Angestellten, ist in der Entwicklung von Beschichtungen für Materialien wie Leder und Papierverpackungen tätig und erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen bereinigten Umsatz von rund 725 Millionen Euro. Die Übernahme ist Teil von Henkels Strategie, die Mitte Januar auch die geplante Akquisition von ATP Adhesive Systems beinhaltete. Henkel-Chef Carsten Knobel verspricht sich von diesen Transaktionen einen zusätzlichen Umsatz von nahezu einer Milliarde Euro.
Der bisherige Mehrheitseigentümer von Stahl, die französische Wendel-Gruppe, wird gemeinsam mit den Partnern BASF und Clariant seine Anteile an Henkel abtreten. Der Vollzug der Übernahme hängt noch von den üblichen Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden sowie von Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern ab. Wann die Transaktion abgeschlossen wird, ließ Henkel offen.

