Hellofresh-Aktien rutschen nach düsterem Geschäftsausblick ab
Die Anleger von Hellofresh erlebten am Dienstag eine unerfreuliche Überraschung, als die Aktien des Kochboxenversenders angesichts eines pessimistischen Ausblicks auf zukünftige Geschäftsergebnisse massiv an Wert verloren. Der Kurs fiel zur Mittagszeit als schwächster Wert im MDax um erhebliche 13,4 Prozent auf 8,71 Euro. Damit markierte die Aktie den tiefsten Stand seit Oktober.
Im Mittelpunkt der Sorgen steht die rückläufige Nachfrage, insbesondere auf dem bedeutenden nordamerikanischen Markt. Hellofresh prognostiziert für das derzeitige Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang zwischen drei und acht Prozent, ohne dabei Wechselkurseffekte mit einzubeziehen. Dies steht im starken Kontrast zu den Analystenerwartungen, die von einem Umsatzwachstum von nahezu drei Prozent ausgegangen waren.
Trotz der trüben Aussichten hofft das Unternehmen, bis 2025 im operativen Geschäft wieder das Niveau von vor zwei Jahren erreichen zu können. Geplant ist ein Anstieg des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 450 bis 500 Millionen Euro, nach einem operativen Gewinn von 447,6 Millionen Euro im Jahr 2023.
Allerdings hegen Analysten Zweifel. Marcus Diebel von JPMorgan sieht den Ausblick für die wesentlichen Kennzahlen als unbefriedigend an und bezeichnet das Gewinnziel als eine Enttäuschung. Jo Barnet-Lamb von der UBS betont, dass die aktuellen Zahlen die Zweifel an der langfristigen Profitabilität des Unternehmens befeuern. Felix Dennl vom Bankhaus Metzler erkennt zwar das Bemühen von Hellofresh, mehr 'hochwertige' Kunden anzusprechen, sieht jedoch fragliche Aussichten für eine mittelfristige Rückkehr zu einem Wachstumskurs.

