Hedgefonds, der GameStop leer verkauft hat, muss schließen

• White Square Capital gibt Hedgefonds auf
• GameStop-Saga sorgte für zweistellige Verluste
• Entscheidung offenbar unabhängig von Aktienrally

White Square Capital gibt sich geschlagen: Nachdem der Londoner Hedgefonds durch die GameStop-Aktienrally im Januar zweistellige Kurseinbußen hinnehmen musste, geht nun endgültig das Licht aus. Wie die Financial Times berichtet, habe White Square-Leiter Florian Kronawitter Anleger darüber informiert, dass der Hauptfonds der Investmentgesellschaft eingestellt und das Kapital an Investoren zurückgegeben werde, nachdem das Geschäftsmodell des Hedgefonds über mehrere Monate überprüft worden sei.

Die GameStop-Saga: Das war passiert

Die Misere des Investment-Managers nahm ihren Ursprung in der GameStop-Saga, die Anfang dieses Jahres für ordentlich Furore an den Aktienmärkten sorgte und noch immer einige Nachbeben auslöst. Was war passiert? Mehrere Hedgefonds waren davon ausgegangen, dass sich das Geschäftsmodell des Videospieleinzelhändlers GameStop nicht dauerhaft in einer zunehmend digitalisierten Welt wird über Wasser halten können und die Aktien von GameStop dementsprechend massiv leerverkauft.

Allerdings hatten die Großinvestoren dabei nicht damit gerechnet, dass die Spiele-Ladenkette auf eine große Fangemeinde innerhalb der Reddit-Community zählen konnte. So verabredeten sich in dem Unterforum WallStreetBets zahlreiche Kleinanleger zu gemeinsamen Aktienkäufen des Spielehändlers und trieben den Preis damit in nie dagewesen Höhen. Die Leerverkäufer, die wiederum auf einen Absturz der Aktie gewettet hatten, sahen sich dementsprechend dazu gezwungen, ihre Leerpositionen aufzugeben, um noch größere Verluste zu vermeiden - was den Kurs von GameStop zusätzlich nach oben trieb. Seit Jahresbeginn konnte die GameStop-Aktie daher an der NYSE ein unglaubliches Plus von über 1.000 Prozent verbuchen. Aktuell notiert sie bei 213,10 US-Dollar (Schlusskurs vom 24.06.2021). Das Jahr 2020 hatte das Papier daher mit einem Wert von 18,84 US-Dollar beendet.

Aktienmodell Long-Short funktioniert nicht mehr

Zu den großen Verlierern dieser Affäre zählt nun also White Square Capital, dass laut der FT zu Höchstzeiten bis zu 440 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten verwaltete. Kronawitter begründete den Schritt folgendermaßen: "Die Entscheidung zur Schließung ist verbunden mit dem Gedanken, dass das Aktienmodell Long-Short gestört ist. Es gibt viel zu viele Fische im gleichen Teich, mit der gleichen Long-Short-Strategie. Der traditionelle Vorteil wird durch andere Investoren ausgehöhlt, es gibt ein Überangebot von Kapital", zitiert ihn die Financial Times.

GameStop-Saga bei Schließung wohl nicht ausschlaggebend

Wie eine mit der Sache vertraute Person jedoch gegenüber der FT zu verstehen gab, habe der Schritt zur Schließung des Hedgefonds nicht den Ursprung in der GameStop-Rally gehabt. So sei "ein bedeutender Teil" der durch die Kursrally erlittenen Verluste bereits wieder ausgeglichen worden. Es sei letztlich die Erkenntnis gewesen, dass "der Trend weg von Hedgefonds-Investments zu günstigeren Alternativen" laufe, der zum Schließen des Hauptfonds geführt habe.

White Square Capital ist nicht der einzige Hedgefonds, der durch die GameStop-Saga große Verluste hinnehmen musste. So geriet auch der Vermögensverwalter Melvin Capital Anfang Februar durch hohe Einbußen in die Schlagzeilen und büßte durch seine Leerverkaufspositionen mehrere Milliarden US-Dollar ein. Auch wenn sich mittlerweile die Aufregung um GameStop etwas gelegt hat, hat die Entwicklung doch ein neues Licht auf die Bedeutung von Kleinanlegern geworfen. Zahlreiche weitere sogenannte Meme-Aktien konnten bisher rasante Kursachterbahnfahrten verzeichnen. Es bleibt also abzuwarten, ob letztlich nicht noch mehr Hedgefonds eine Konsequenz daraus ziehen werden.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 25.06.2021 · 03:18 Uhr
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