Handelskonflikte trüben den globalen Wirtschaftsausblick
Die Wirtschaftsprognosen der Weltbank werfen einen düsteren Schatten auf die globale Konjunktur, mit einer deutlichen Herabsetzung der Wachstumsvorhersagen für das Jahr 2025. Ursächlich für dieses trübe Bild sind die von Donald Trump initiierten Handelskonflikte, deren Auswirkungen die wirtschaftliche Dynamik nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch weltweit merklich bremsen. Eine beachtliche Zunahme von Handelsbarrieren führt dazu, dass das prognostizierte Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr lediglich die Halbwertszeit erreichen soll – 1,4% im Vergleich zu den 2,8% aus 2024.
In ihrem jüngsten Bericht „Global Economic Prospects“ betont Indermit Gill, Chefökonom der Weltbank, die verpasste Chance auf eine „sanfte Landung“ der Weltwirtschaft. Dieses Szenario, das eine Inflationskontrolle ohne schwerwiegende wirtschaftliche Einbußen ermöglicht hätte, scheint nunmehr außer Reichweite. Eine rasche Kurskorrektur wäre unerlässlich, um die Lebensstandards nicht massiv zu gefährden.
Die von Trump verhängten Zölle von 10% auf Importe aus nahezu allen Ländern haben die Kosten in den USA in die Höhe getrieben und Gegenmaßnahmen anderer Länder nach sich gezogen. Davon betroffen ist auch die chinesische Wirtschaft, deren Wachstum auf 4,5% in diesem Jahr und 4% im nächsten Jahr absinken soll – hervorgerufen durch Trumps Zölle in Kombination mit einer Immobilienkrise sowie einer alternden Bevölkerung.
Für die Eurozone sieht die Weltbank ein gemeinschaftliches Wachstum von lediglich 0,7% voraus, ein Rückgang im Vergleich zu den bereits bescheidenen 0,9% aus dem Vorjahr. Diese düsteren Aussichten werden durch die unvorhersehbare Einführung und Aussetzung von Zöllen durch Trump, die die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erheblich dämpft, verstärkt.
Währenddessen behauptet Indien seine Position als am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft, wenngleich sein Wachstum von 6,3% im Vergleich zu 6,5% im Jahr 2024 leicht gedrosselt wurde. Japans Wirtschaft wird eine moderate Beschleunigung prognostiziert, von 0,2% auf 0,7% Wachstum, bleibt jedoch weit hinter früheren Prognosen von 1,2% zurück.
Im Einklang mit der Weltbank hat auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigiert.

