Handelskonflikt schwelt weiter: China und USA in Zollstreit gefangen
Die jüngsten chinesischen Vergeltungszölle auf US-amerikanische Waren sind nun offiziell erhoben und treffen Importe in das Reich der Mitte mit einem kräftigen Zusatzaufschlag von 84 Prozent. Überraschenderweise hat Peking keine direkte Reaktion auf die nächste Drohung aus Washington gezeigt: US-Präsident Donald Trump hat verkündet, die bereits bestehenden Zölle auf Importe aus China auf stolze 125 Prozent erhöhen zu wollen, während er zugleich Zollerleichterungen für andere Nationen einräumt.
Trump kritisierte, China habe den Weltmärkten nicht den gebührenden Respekt gezollt. Im Gegenzug hat sich Peking jedoch unnachgiebig gezeigt, offenbar entschlossen, den Zollstreit bis zum bitteren Ende auszutragen und warf den USA ein 'Erpressungsspiel' vor. Gleichzeitig strebt China an, die Beziehungen zu anderen internationalen Handelspartnern zu vertiefen.
Jüngst fand ein aufschlussreiches Telefonat zwischen dem europäischen Handelskommissar Maros Sefcovic und dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao statt. Wang äußerte, die wechselseitige Zollpolitik der USA schade den Interessen aller betroffenen Staaten und untergrabe die globale Wirtschaftsstruktur. China und die EU möchten das auf Regeln basierende multilaterale Handelssystem stärken, um die Stabilität der Weltwirtschaft zu fördern. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, kurzfristig Gespräche über Marktzugangsfragen und die Schaffung eines vorteilhafteren Geschäftsumfelds zu beginnen.
Im Handelsgefüge der Europäischen Union ist China ein unverzichtbarer Partner. Als drittgrößter Abnehmer von EU-Exporten und größter Lieferant von Importgütern hat die Volksrepublik im vergangenen Jahr erneut zu einem erheblichen Handelsdefizit zugunsten der EU beigetragen, das sich auf etwa 300 Milliarden Euro belief.

