Handelskonflikt im Fokus: Trump verschärft den Ton gegenüber China
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat erneut die wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen den USA und China ins Visier genommen. Über seine Plattform Truth Social verkündete Trump die Einführung von zusätzlichen Zöllen in Höhe von 100 Prozent auf Importe aus China, die ab dem 1. November greifen sollen. Dies könnte sogar früher geschehen, abhängig von Chinas weiterem Vorgehen. Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund eines bereits eskalierten Handelskonflikts, der Anfang des Jahres hohe Wellen geschlagen hat. Im April hatten beide Länder gegenseitige Importzölle von mehr als 100 Prozent verhängt, und unklar bleibt, ob Trumps neueste Maßnahme eine Erhöhung dieser bestehenden Zölle darstellt.
Ein weiterer kontroverser Punkt der Ankündigung war die Einführung von Exportkontrollen für bedeutende Software ab dem gleichen Stichtag. Während genaue Einzelheiten zu diesen Kontrollen noch nicht bekannt sind, könnten solche Ausfuhrbeschränkungen den Zugang zu wichtigen Technologien und Produkten erheblich beeinflussen.
Zusätzlich zog Trump das geplante Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping beim Apec-Gipfel in Südkorea in Zweifel. Grund hierfür sei Chinas angebliche Drohung, Exportbeschränkungen für seltene Erden und weitere Materialien zu verhängen. Diese Entwicklung könnte laut Trump den globalen Handel stark beeinträchtigen und die Volksrepublik als zunehmend feindselig erscheinen lassen. Seltene Erden sind essenziell für die Herstellung von Elektronik, Automobilen und militärischer Ausrüstung, und China hat darin eine dominierende Marktstellung. Schon in der Vergangenheit hatten sich Trump und Xi bei verschiedenen Gelegenheiten, unter anderem in Osaka 2019 und Mar-a-Lago 2017, ausgetauscht. Doch angesichts der jüngsten Spannungen bleibt der diplomatische Dialog fraglich.

