Halbleitersektor unter Druck: Spekulationen treiben die Märkte
Ein trüber Start in die Woche für europäische Halbleiterwerte: Am Montag gerieten die konjunkturabhängigen Titel stark unter Druck. Im Dax fiel Infineon kurz nach Handelsbeginn um 2,1 Prozent. Auch ASML und BE Semiconductor mussten Abschläge von über drei Prozent hinnehmen, obwohl beide Firmen seit 2026 ein eindrucksvolles Plus von 28 beziehungsweise fast 20 Prozent aufweisen können.
Dieser Rückgang zeichnet sich nicht nur in Europa ab. Auch in Asien gerieten stark gelaufene Aktien ins Straucheln. Besonders in Südkorea waren Samsung Electronics und SK Hynix von deutlichen Kurseinbrüchen betroffen. Der Grund für diese Bewegung ist die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed durch Donald Trump. Warsh gilt als Verfechter einer strafferen Zinspolitik, was die Hoffnungen auf Zinssenkungen dämpft.
Diese Entwicklungen ließen die Preise für Gold und Silber einbrechen, nachdem sie zuvor infolge von Spekulationen stark gestiegen waren. Der plötzliche Preisverfall setzt Investoren unter Druck, vor allem jene, die auf steigende Goldpreise mit Krediten spekuliert hatten. Auch Hedgefonds könnten gezwungen sein, Aktienanteile zu verkaufen, wodurch die Turbulenzen auf den Metallmärkten die Aktienmärkte beeinflussen.
Dennoch bleibt der Ausblick für Infineon positiv. Die Analysten von Morgan Stanley haben ihre optimistische Einschätzung bekräftigt und das Kursziel von 45 auf 54 Euro erhöht. Sie sehen im Bau von Rechenzentren einen nachhaltigen Wachstumsimpuls für den Chiphersteller.

