Goldman Sachs treibt Chemiebranche in die Erholung

Die von Goldman Sachs initiierte Belebung der Chemiebranche hat am Dienstag für positive Akzente an den internationalen Börsen gesorgt. Analystin Georgina Fraser vollzog einen bemerkenswerten Strategiewechsel und nahm eine pro-zyklische Haltung ein. Diese Haltung verweist darauf, dass trotz der anhaltend trüben Stimmung in der Branche erste Erholungstendenzen und Anzeichen einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sichtbar werden.
Seit Jahren kämpft die Chemiebranche mit einer schwächelnden Konjunktur sowie intensivem Wettbewerb, insbesondere durch China. In Deutschland gesellen sich zudem hohe Energiepreise zu den Herausforderungen. Doch der Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals markierte am Dienstag das höchste Niveau seit dem Spätsommer 2025 und verzeichnete seit dem Dreijahrestief im Dezember einen Erholungszuwachs von 12 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt die optimistische Erwartungshaltung der Investoren wider, die bereits einen Ausweg aus der Krise antizipieren.
Fraser passte ihre Kursziele für sieben Chemieunternehmen an, meist zugunsten der Investoren. Bemerkenswert war ihre komplette Neubewertung von Evonik, deren Aktien aufgrund einer veränderten Empfehlung von Verkauf auf Kauf um 5,8 Prozent auf 15,86 Euro stiegen. Im Januar hatten diese Aktien ein Rekordtief erreicht. Auch Symrise profitierte von einer Kaufempfehlung und verzeichnete einen Anstieg von über 6 Prozent, was eine Bodenbildung nach einem Tiefstand im Dezember andeutet. Währenddessen rehabilitierten sich die Aktien von Givaudan trotz anfänglicher Verluste nach einer Verkaufsempfehlung durch Fraser im Laufe des Vormittags.
Im MDax stiegen die Lanxess-Aktien um fast 10 Prozent, nachdem Fraser ihr Kursziel mehr als verdoppelt hatte und das Verkaufsvotum zugunsten einer neutralen Bewertung abgab. Auch BASF konnte mit einem Kursplus von über vier Prozent die Gunst der Anleger gewinnen.

